097-Die Strippen feiern Opi-Spezial

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Frau Kariert und Herr Martinsen beschäftigen sich heute ganz ausführlich mit den frisch pensionierten Opis des Rock: Pink Floyd.

Pink Floyd (Homepage) (Spotify)

David Gilmour (Homepage) (Spotify)
Richard Wright (Diskografie)
Nick Mason (Twitter)
Roger Waters (Homepage) (Spotify)
Syd Barrett (Spotify)

Discographie

1967The Piper at the Gates of Dawn (Spotify)
1968 – A Saucerful of Secrets (Spotify)
1969 – More (Spotify)
1969 – Ummagumma (Spotify)
1970 – Atom Heart Mother (Spotify)
1971 – Meddle (Spotify)
1972 – Obscured by Clouds (Spotify)
1973 – The Dark Side of the Moon (Spotify)
1975 – Wish You Were Here (Spotify)
1977-  Animals (Spotify)
1979 – The Wall (Spotify)
1983 – The Final Cut (Spotify)
1987-  A Momentary Lapse of Reason (Spotify)
1988 – Delicate Sound of Thunder (Spotify)
1994 – The Division Bell (Spotify)
1995 – Pulse (Spotify)
2000 – Is There Anybody Out There? The Wall Live 1980–81
2014 – The Endless River (Spotify)

Das neue (letzte) Album – The Endless River

Es handelt sich um das 15. Album der Band Pink Floyd. Die meisten Aufnahmen stammen aus dem Jahr 1993. Da haben sie David Gilmour, Nick Mason und Richard Wright gemeinsam am The Division Bell Album gearbeitet. Ungefähr 65 musikalische Ideen sind in diesem Zusammenhang entstanden. Für das Album wurde aber nur ein kleiner Teil verwendet. Zwischenzeitlich gab es sogar einmal den Plan, aus The Division Bell ein Doppelalbum zu machen. Ein Teil sollte mit Gesang und ein weiterer mit instrumentalen Ambient-Stücken versehen sein.The Big Spliff sollte der instrumentale Teil des Albums heißen. Diese Idee wurde aber wieder verworfen und so kam lediglich der Teil raus, welcher aus den Stücken mit Gesang bestand. Eben jene The Division Bell. Das nun übrig gebliebene Material und weitere unveröffentlichte Aufnahmen, die bis ins Jahr 1968 zurückreichen, griffen David Gilmour und Nick Mason ab 2012 mit Phil Manzanera und weiteren Produzenten auf und machten sich daran The Endless River zu Produzieren. Es sollte eine Hommage an den 2008 verstorbenen Richard Wright werden. So hört man Wright auf diesem Album u.a. auf der Orgel der Royal Albert Hall spielen. Die Songs bestehen eigentlich aus Intros, könnte man meinen. Man ist versucht zu denken: Wann geht es denn nu endlich los? Losgehen und Pink Floyd ist ja fast schon Blasphemie. Die Meister der Langsamkeit gehen nicht los. Wo kämen wir denn dahin? Auf einem Song wird dann doch gesungen. In ‚Louder Words‘ singt David Gilmour noch einmal. Davon was alles passiert ist und davon dass das was man musikalisch hinterlassen hat, lauter als Worte wäre. Zum letzten Mal wurde für die Band Pink Floyd im Studio ein Song eingesungen. Das ist wirklich ein Ereignis worüber es sich lohnt zu sprechen. Das hätte man live sehen können, das wäre mit Sicherheit spannender gewesen als die letzte Sendung Wetten dass…? 

Interviews

2012Nick Mason bei Talks at Google
2014 – Nick Mason II
2007 – Richard Wright mit Guy Pratt für den Sender Planet Rock Radio
20?? – Richard Wright über Syd Barrett
1996 – Richard Wright über sein Solo Album Broken China
1976 – David Gilmour Radio Interview
2011 – David Gilmour im Gespräch mit Paul Rappaport
2014 – David Gilmour und Nick Mason über The endless River
1984 – Gilmour und Waters in der Sendung The inside Track
2011 – Roger Waters bei Al Jazeera
2014 – Roger Waters in der Sendung BBC HARDtalk
1982 – Syd Barrett für das Actuel Magazine

096-Die Strippen freuen sich auf Weihnachten

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Heute ein kleines Weihnachtsspecial mit Erinnerungen, Geschenken und Ausblick. Die Quasselstrippen begeben sich in Weihnachtsstimmung!

Weihnachtsgedanken von Frau Kariert

Frau Kariert hält sich kurz: Zunächst mal zu Geschenken. Bitte hört auf, Blödsinn zu schenken. Bevor jemand das nächste Bügeleisen, die nächste Krawatte oder einen singenden Fisch bekommt, bitte denkt nochmal, ob das der Person auch wirklich gefällt und etwas Schönes in sein oder ihr Leben bringt. Bei Unsicherheit oder einfach weil ihr toll seid: Verschenkt Essengehen, Kinokarten, Blumen, Wein, oder was der Mensch sonst oft und gerne macht und mag, nur halt was Besonders Gutes davon. Ist doch ganz einfach ;o)

Dann zur Bedeutung von Weihnachten. Schöne Erinnerungen kann man behalten und müsen auch nicht kaputt gehen, nur weil man vielleicht nicht mehr an den Weihnachtsmann oder nen Besuch von Baby Jesus glaubt. Auch wenn das Fest an sich einem nichts mehr bedeutet. Auch wenn man dem Kapitalismus abgeschworen hat ;) Genießt die Feiertage mit euren liebsten Menschen, egal ob Familie oder Freunde oder Internetpeople oder alle drei. Aufruf zu mehr Liebhaben und weniger Rumnerven.

Weihnachtsgedanken von Herrn Martinsen (Eine kleine Geschichte)

Herr Martinsen hat sehr früh rausgefunden, dass das mit dem Weihnachtsmann nicht so ganz stimmen kann. Dass da was faul ist, und das nicht nur im Staate Dänemark, sondern auch im Hause Oma.  Sherlock Martinsen war den Dingen auf der Spur! Und das war so: Es begab sich also zu einer Zeit, dass sich das Weihnachtsfest jährte. Wie jedes Jahr hatte die Großmama für alles gesorgt. Planung war einer ihrer großen Stärken. So auch in diesem Jahr. Die Großmama hatte sogar einen Weihnachtsmann engagiert, welcher auftauchen und Geschenke verteilen sollte. So weit so gut. Es gab nur ein Problem. Es war ein Nachbar, und der kleine Herr Martinsen war als Kind bereits sehr aufgeweckt. Und zum Leidwesen seiner Großmama hatte er auch damals schon ein recht ausgeprägtes Talent, Dingen auf die Schliche zu kommen, ohne sich sonderlich groß Mühe geben zu müssen. Er war nämlich schon als Kind recht plietsch. Dieser Nachbar stand nun also da, in voller Weihnachtsmann-Montur und sagte mit tiefer Stimme die Dinge die Weihnachtsmänner so sagen. Der kleine Steppke hatte die Stimme des Nachbarn natürlich erkannt, sagte aber nichts, sondern spielte das Spiel mit. Die sollten ihn noch kennenlernen. Von wegen rumflunkern. Irgendwann war Herr Nachbar also wieder weg, also nunmehr wieder in der Wohnung in der er für gewöhnlich mit seiner Liebsten lebte. Wiederum zum Leidwesen aller, war die aber nicht ein paar Straßen weiter, auf der anderen Straßenseite oder zumindest ein paar Eingänge entfernt, sondern im selben Haus. So das der kleine Herr Martinsen also nichts anderes tun musste als eine paar Stufen hinauf zur nachbarlichen Wohnung zu gehen, um der ganzen Sache auf die Spur zu kommen. Er wusste, dass das Überraschungsmoment auf seiner Seite war, und das er schnell handeln musste um den Nachbarn, den Weihnachtsmann und Oma zu überführen. Und so geschah es. Treppen rauf. An der Türklingel gedreht, ja damals waren Türklingeln noch mechanisch, Spione gab es auch nicht, und zack stand der Weihnachtsmann vor Herrn Martinsen. In der Wohnung des Nachbarn, und ohne weißen Bart und roter Mütze. Dafür aber mit einem recht ausdruckslosen Pfannkuchengesicht, was den Eindruck vermittelte, als wollte es sowas wie ‚Mist‘ sagen. Und ich glaube ein paar andere Worte währen ihm wohl auch noch eingefallen. So. Nun galt es aber noch die Großmama mit den neuerlichen Erkenntnissen zu konfrontieren. Schließlich wusste man ja nicht ob Oma noch an den Weihnachtsmann glaubt, man hat ja als Kind auch Verantwortung für die Aufklärung der Menschen zu tragen. Es schien wohl aber eher, dass die Großmama nicht sonderlich überrascht war, was die neu gewonnen Erkenntnisse unseres sympathischen, mutigen jungen Helden anging. Man kam überein, dass zukünftig Weihnachten auch ohne Weihnachtsmann hübsch wäre und dann waren da ja auch noch die Geschenke, die es zu öffnen galt. Da hatte man für Unmut ob der Flunkerei nicht gar zu viel Zeit. So wurde es ein tolles Weihnachtsfest mit Baum, Liedern und Geschenken.

Geschenkideen

Zeit statt Zeug
Günstige (und schön gefühlsduselige) Alternativgeschenkideen
Hilfe für Menschen
Hilfe für die Natur
Geschenke an sich selbst 

Buch: Stefan ZweigDie Welt von gestern – Erinnerungen eines Europärs (Amazon)
Gucken: Türkisch für Anfänger
Hören: Sir Roger Norrington

Buch: Michael EndeMomo
Gucken: Coraline
Hören: Hedwig and the Angry Inch Soundtrack

 

095-Die Strippen gehen in die Oper

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Frau Kariert und Herr Martinsen gehen heute auf Reise in die Welt der Oper. Aber nicht irgendeine Oper, sondern eine ganz besondere: Pelléas et Mélisande, die einzige vollendete Oper des wichtigen Claude Debussy.

Claude DebussyPelléas et Mélisande (Spotify)

Die Oper im Opera Guide

Aktuelle Inszenierungen in Opernhäusern

Das Manuskript des Komponisten und die Partitur

Die Vorlage für die Oper von Maurice Maeterlinck

Eine Oper? Ja richtig, eine Oper. Alle die, die Opern normalerweise eher skeptisch gegenüberstehen, sollten sich jetzt aber nicht gleich wieder entsetzt abwenden, sondern einfach mal weiterlesen und vor allem weiter hören – es lohnt sich! Im Jahre 1893 machte sich Claude Debussy auf, eine Oper namens Pelléas et Mélisande zu komponieren. Erst im Jahre 1902 wurde sie uraufgeführt, also neun Jahre später. Das Ganze gestaltete sich nämlich schwieriger, als gedacht. Dabei fing eigentlich alles richtig gut an: Debussy hatte in dem Dichter Maurice Maeterlinck und seinem gleichnamigen Werk die Ideale Vorlage für das Libretto gefunden und Maeterlinck persönlich hatte es autorisiert und war einer Vertonung seines Textes gegenüber mehr als aufgeschlossen, ja geradezu begeistert. Bis es dann zur Besetzung kam – da war es dann aus und vorbei mit dem Einvernehmen. Maeterlinck war frisch verheiratet und wollte entsprechend seine Gattin in der Rolle der Mélisande sehen. Debussy wiederum hatte dem Vorschlag des Dirigenten zugestimmt, Mélisande von der Sängerin Mary Garden darstellen zu lassen. Tja, und dann kam das was kommen musste. Maeterlinck behauptete im Figaro, Debussy habe ohne seine Einwilligung große Teile des Textes verfälscht und deshalb gestatte er die Aufführung nicht. Es kam aber noch mehr hinzu: Bei den Proben der Oper stellte sich heraus, dass manche Übergänge nicht lang genug für den notwendigen Umbau der Bühne waren, um Szenenwechsel entprechend umzusetzen. Also mussten die Intermezzi entsprechend länger sein. Debussy musste also einige musikalische Dinge verändern, um den Ablauf der Oper auf der Bühne nicht zu gefährden. Am 27. April 1909 fand zunächst einmal die Generalprobe vor Publikum statt. Leider bestand das Publikum zum großen Teil aus aufgestachelten Maeterlinck-Anhängern. Dazu kam, dass die neuartigen Harmonien und Rhythmen der Oper sowie die besondere Art des gesanglichen Darbietung auf komplettes Unverständnis stießen. Sowas hatte man noch nicht gehört. Eine Oper in der nicht voller Inbrunst Geheldensoprant oder Tenort wird. Zu großen Teilen wird in dieser Oper nämlich Gesungsprochen, wenn man es so nennen darf. Jedenfalls wird eine komplett andere Art des Gesangs gepflegt, der Rezitativ. Diese Oper ist nur an ganz wenigen Stellen eine Oper. Sie kommt eher leise daher. Viel leiser als das, was man sonst so vermutet, wenn man den Begriff Oper hört.
Zurück zur Generalprobe. Bei den geringsten Anlässen erschallten Buh-Rufe und Pfiffe. So sang Mélisande auf der Bühne: „Ich bin nicht glücklich“ – Und aus dem Zuschauerraum ertönte: „Wir auch nicht!“. Im Laufe der Oper kam das Orchester gegen das Publikum kaum noch an, irgendwann brach dann endgültig ein Tumult los. Dass die Oper überhaupt zuende gespielt wurde, war einzig dem Dirigenten und den Musikern zu verdanken, welche mit an Starrsinn grenzender Beharrlichkeit bis zum Schluss durchhielten. Die Premiere zwei Tage später hingegen verlief um einiges ruhiger, erhielt lobende Kritiken und stand sogar mehrere Monate auf dem Spielplan. Ja, man hatte sogar ein ausverkauftes Haus.

Worum geht es denn nun im Groben? Ganz kurz: Prinz Golaud verirrt sich auf einer Reise in einen Wald und begegnet dort der natürlich schönen und ebenso natürlich geheimnisvollen Mélisande. Er bringt sie als seine Frau auf das düstere Wasserschloss seines Großvaters Arkel, auf dem sich Mélisande jedoch nicht wohl fühlt. Nur Golauds Bruder Pelléas, mit dem sie eine tiefe Freundschaft und beinah übersinnliche Liebe verbindet, kann sie aufheitern. Dies erregt Golauds Eifersucht. Im Zorn erschlägt er Pelléas. Der Mord an Pelléas erschüttert Mélisande so sehr, dass auch sie stirbt. Das ist sozusagen die Ultrakurzfassung.
Trotzdem hört sich das alles nach Oper an. Es gibt aber ein paar Unterschiede: Da ist zum einen der eher zurückhaltende Gesang, die zum großen Teil eher zurückhaltende Instrumentierung und auf der anderen Seite wird in der gesamten Geschichte vieles immer nur angedeutet. Immer bleibt zunächst etwas im Ungefähren. Nie erfährt man sofort alles. Und genau so ist auch die Musik und fast die gesamte Oper. Schon die ersten Klänge lassen erahnen und vermuten, dass es sich hier nicht um eine herkömmliche Oper handeln mag. Diese Oper macht innerhalb von Sekunden süchtig. Spannend, was die mit einem macht. Tolles Libretto. Tolle Oper. Wer mal die Gelegenheit hat sie anzuschauen, sollte das unbedingt machen. Wer ansonsten keine Opern mag, sei herzlich eingeladen, es mit dieser zu versuchen.

094-Die Strippen drucken Nonnen aus

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Frau Kariert und Herr Martinsen nehmen heute nochmal volle Fahrt auf. Nicht nur wird polemisiert und geschwärmt, die Themen reichen auch von Plattenfirmen bis zum Ausdrucken von Geschlechtspartnern. Ihr habt richtig gelesen. Freut euch außerdem auf Perfume Genius, Adrian Crowley und Brian Ferry!

Gelesen
Neue Studie: 25 Prozent der Spotifynutzer kaufen einen Song, wenn er ihnen gefällt. Aber nur 8 Prozent der Radiohörer.

Gehört

Perfume GeniusToo Bright (Homepage) (Spotify)

Ein Pop-Album, das dritte des Herrn Hadreas. Es beginnt mit hübschen Piano und Gesang. Auf diesem Album wird fröhlich hin und her changiert und zwar zwischen den leisen zerbrechlichen Stücken, die fast nur aus Piano und Stimme bestehen, etwas was er auf den vergangenen Alben auch schon sehr oft gemacht hat, und den Stücken wo mehr als diese beiden Elemente den Song bereichern. Nunmehr hat der junge Mann nämlich auf diesem Album den Bombast für sich entdeckt. Ganz schön dick trägt es musikalisch zum Teil auf, wenn es so vor sich hin bombastet, das Album. Recht opulent kommt es dann daher. Das mag zum Teil ein wenig übertrieben erscheinen, soll aber wohl auch so sein, denn es werden ja auch starke Gefühle transportiert. Wenn man also ein ganz wenig leise Kritik anbringen mag, dann die, dass an den Stellen, wo es einer Band wie Phoenix gelingt die Luft aus dem Song im entscheidenden Moment rauszunehmen, hier eben manchmal der richtige Moment verpasst wird, so das es dann am Ende ein wenig zu viel des Ganzen wird. Wenn es das nicht macht, dann ist Hadreas in seinem Element. Dann passt plötzlich alles. Dann erfreut man sich uneingeschränkt an dieser Musik. Immer dann, wenn Gesang und Piano im Mittelpunkt stehen, ist es wirklich ein grandioses Album. Immer wenn noch andere Sachen hinzukommen droht das Album ein wenig dazu in die falsche Richtung zu laufen, ins etwas zu dick Aufgetragene zu kippen. So sind es denn auch die Balladen, die einen besonders begeistern. Das machen sie dafür umso mehr. Dennoch überwiegt am Ende das Positive und es ist ein wirklich hübsches Pop-Album.

Adrian CrowleySome Blue Morning (Homepage) (Spotify)

Hui, was ist denn das? So viel Leonard Cohen und Donovan auf einem Album, respektive in einer Playlist. Eine spannende Mischung aus Melancholie und Entrückung, die einem da präsentiert wird. Die ersten Takte dieses Albums sind noch nicht verklungen, da ist man schon mitten drin im Geschehen. Dieses Album hat einen schneller um den musikalischen Finger gewickelt, als man hören kann. Es wird von Elfen und anderen Märchenwesen gesungen, mit einer Stimme die einem erstmal den Atem verschlägt. Märchen werden hier musikalisch umgesetzt. Hier ist einer der offensichtlich von dem was er vorher gemacht hat gelernt hat. Die Beschäftigung mit Architektur, Malerei und Photographie tragen hier musikalische Früchte. Bilder werden hier musikalisch geklöppelt. Man taucht sofort ein in diese hübsche Welt. Ein Geschichtenerzähler, der Geschichten in seinen Songs zum besten gibt, das hatte man so auch lange nicht mehr. Nun kommt der junge Mann aus Irland und erfüllt gleich sämtliche Klischees, die man so haben kann. Unabhängig davon ist diese Mischung aus Folk und Pop sehr verführerisch. Hier stimmt alles. Und diese Songs sind großartig. Tolle Melodien. Tolle Atmosphäre. Tolle Stimme. Gut, dass sich Adrian Crowley doch noch entschieden hat, Musik zu machen. Jetzt weiß man auch warum dieser Mann in Irland unter den Top 10 der wichtigsten irischen Künstler gezählt wird. Das ist schon alles sehr hübsch.

Bryan FerryAvonmore (Homepage) (Spotify)

Ein neues Album von Bryan Ferry, wo fängt man da an? Fangen wir doch einfach bei den Musikern an, die der gute Mann so mitspielen hat lassen: Johnny Marr (The Smiths), Nile Rodgers (Chic), Steve Jones (Sex Pistols), Markus Miller (Miles Davis) Guy Pratt (Pink Floyd, Roxy Music, Madonna, ….), Maceo Parker (James Brown), Mark Knopfler (Dire Straits), Flea (RHCP), Paul Turner (Jamiroquai). Und das sind nur die bekanntesten von denen. Auf dem Track ‚Midnight Train‘ lässt der Altmeister der Perfektion dann auch noch mal so richtig die Korken knallen und verwurstet in einem einzigen Lied gleich neun Gitarristen. Perfektion war ja schon immer eine starke Seite der Alben des Herrn Ferry, und auch hier wird einem wieder Perfektion geboten, wo man nur hinschaut. Dass das musikalische dabei nicht zu kurz kommt, dafür sorgen hübsche Melodien, hübsch arrangierte Instrumentengruppen und diese wunderbar kühle Atmosphäre, die nie kalt ist, wie sie nur ein Herr Ferry schaffen kann. Und ja, das Dingel, Dangel, Dongel, Klicker, Klacker und Klocker findet man natürlich auch auf diesem Album. Überhaupt ist das ein typisches Ferry-Album. Aber eben im Jahr 2014. Neu ist das alles nicht, aber am Puls der Zeit ist es allemal. Der Typ weiß immer noch ganz genau, wie man Menschen im Jahre 2014 dazu bringt mit den Füßen zu wippen oder sich gar auf die Tanzfläche zu trauen. Nicht schlecht. Ein hübsches Popalbum voller Sentimentalität. Die Älteren unter uns werden sich freuen, einiges wiederzuerkennen. Das Album ist wie Bryan Ferry selbst. Ein Typ im Anzug, der schon immer im Anzug rumlief, aber eben in einem Anzug aus dem Jahr 2014. Der Schnitt ändert sich, der Anzug bleibt aber. Und so ist es auch mit der Musik. Sie bleibt Bryan Ferry, aber eben Ferry im Jahr 2014. Gut gemacht, Herr Ferry.

Gesehen
Alt-J im Casino de Paris (Arte Concert)

Grammophonie
Atlanten und Straßenkarten

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093-Die Strippen schimpfen!

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Frau Kariert und Herr Martinsen legen heute mit einem hübschen Rant auf all die heilsbringenden Musikanten los. Aber natürlich haben sie auch neue Alben dabei: von Caribou und Gogo Penguin, die zu beeindrucken wissen! Gesehen haben sie zwei tolle Videos, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Für die Grammophonie kommt heute wieder eine Legende zutage: Roxy Music!

Gelesen

Nicht mal Ebola rechtfertigt die deutsche Version von ‘Do they know it’s Christmas?’ (deutsche Version 2014) (britische Version 2014) (Nackt im Wind 1985) (Original 1985) (Afrika for Norway) (zum gleichen Thema: Spreeblick-Artikel) (Ärzte ohne Grenzen)

Gehört

CaribouOur Love (Homepage) (Spotify)

Ein Electronic-Album eines Mathematikers also, na dann. Alle, die der Mathematik schon in der Schule eher skeptisch gegenüber standen, können ruhig weiterlesen und vor allem weiterhören: die spielt hier eine eher untergeordnete Rolle. Ein hübsches elektronisches Popalbum ist das geworden. Geschickt werden Melodien und Basslines so gesetzt, dass es ein harmonisches Ganzes ergibt. Eine gehörige Portion 90er wurde den Stücken hinzugefügt. Allzu viel mag Caribou den Hörern auf dem neuen Album nicht zumuten und so kann man entspannt der Musik lauschen ohne das man Angst haben muss, dass es wehtut. Wenn man also auf der Suche nach einem Album ist, was man auch mal einfach so nebenbei hören kann und welches dazu noch wirklich hübsche Melodien hat, dann ist man hier richtig. Und das soll nicht abwertend gemeint sein. Denn ein Album zu machen, was einfach nur Pop ist, ist manchmal viel schwieriger als die tollste Avantgarde zu klöppeln. Das hier ist ein Album, was nicht wehtut – macht aber nichts. Möchte es auch gar nicht. Soll es auch gar nicht. Leider franst es gegen Ende ein wenig aus und es ist ein bisschen lang geraten. Ein Schicksal, welches es mit vielen anderen Alben dieses Genres teilt. Trotzdem hat es seine Momente und die sollte man genießen.

GoGo Penguin – v 2.0 (Homepage) (Spotify)

Na also! Geht doch!, möchte man ausrufen. Mal wieder einer der wenigen erfrischenden Sachen, die aus der Jazzecke kommen. Dabei ist die Besetzung alles andere als klassische Jazzbesetzung, im Gegenteil. Klavier, Bass und Schlagzeug. Und irgendwie ist es dann auch klassischer Jazz, der aber trotzdem keiner ist. Moderne Rhythmen, treibende Basslines und Piano am Puls der Zeit. Eben nicht die tausendste Oscar-Peterson-Gedächtnis-Aufnahme. Ein bisschen Ambient, ein bisschen Lounge, ein bisschen klassischer Jazz und ein wenig Pop. Menschen die dieses Album mögen, mögen auch…? Ja klar, Esbjorn Svensson. Der viel zu früh verstorbene, grandiose schwedische Pianist. Genau da holt einen dieses Album ab. Nicht bei den alten Schwarz-Weiß-Aufnahmen. Dieses Album ist in Farbe. Eine der tollen Momente, in denen der Jazz im Hier und Jetzt ist. Handwerklich perfekt schlagzeugt, basst und klaviert man sich durch die Songs, dass es nur so eine Freude ist. Toll! Menschen, die den Jazz mögen und nicht auf der Suche nach einer weiteren Aufnahme sind, die doch nur wieder das macht, was sie alle seit gefühlten Ewigkeiten machen, nämlich sich wiederholen der Wiederholung wegen, die mögen bitte dieses Album hören. Genau für die ist es nämlich. Aber auch die, die dem Jazz sonst eher skeptisch gegenüber stehen, sollten diesem Album eine Chance geben. Jazz macht Spaß! Wer hätte das gedacht? Hurra!

Gesehen

Bicycle Anecdotes from Amsterdam – (Vimeo) (YouTube)
Cymatics: Science Vs Music – Nigel Stanford (Vimeo) (Homepage)

Grammophonie

Roxy MusicAvalon (Homepage) (Spotify)

092-Die Strippen sind sich uneinig (dödömm!)

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Eine denkwürdige Folge! Die Strippen sind sich ausnahmsweise nicht einig. Also, bei einem einzigen Album. Naja. Jedenfalls haben sie eine Menge toller Musik und Filme mitgebracht: Alt-J, Damien Rice, Under The Skin, Nosferatu. Und in der Rubrik “Gelesen” geht es um nichts Geringeres als die Rettung der Welt.

Gelesen

Harald Welzer – Selbst denken. Eine Anleitung zum Widerstand

Gehört

alt-JThis is all yours (Homepage) (Spotify)

Kunst ist wohl das erste was einem einfällt, wenn man das neue Album von Alt-J hört. Diese Versatzstücke, die da zu einem Ganzen zusammengeklöppelt werden. Diese tollen Gesänge, die immer wieder zu einem Chor zusammen gefügt werden. Manchmal hat das alles schon fast gregorianischen Charakter. Auch ohne Bassist Gwil Sainsbury gelingt es ihnen diesen einzigartigen, wiedererkennbaren Sound zu kreieren. Und trotzdem ist diese Kunst hörbar, sehr gut sogar. Ein Album auf höchstem Niveau. Was ist das nun für eine Musik? Tja. Es ist elektronischer Art Rock, welcher im experimentalen Indierock mündet, der bisweilen sehr poppig ist. Was hier alles abgedeckt wird an musikalischen Stilrichtungen, ist schon bemerkenswert. Man versucht ja immer Künstler irgendwie einzuordnen. Da ist man bei Alt-J nun wahrlich an der falschen Adresse. Die machen im wahrsten Sinne des Wortes, was sie wollen. Und das alles auf einem Album. Und trotzdem ist auch dieses Album wieder irgendwie homogen. Hier und da eine kleine Dissonanz. Dann wieder schönster Gesang. Selbst eine Fliege findet akustisch auf diesem Album Verwendung. Das ist eine hübsche Reminiszenz an die großen Pink Floyd, die derartiges schon sehr früh gemacht haben. Ein fantastisches Album. Man ist so vielen verschiedenen Eindrücken ausgesetzt, dass es eine Freude ist. Und trotzdem ist dieses Album ein Album, was gehört werden mag. Nicht vom Mainstream, das mit Sicherheit nicht. Aber von den Hörern dieses Programms. Ganz bestimmt sogar.

Damien RiceMy Favourite Faded Fantasy (Homepage) (Spotify)

Dieses Album in Worte zu fassen fällt schwer, denn man muss versuchen, immer wieder neue Worte für das Wort “schön” zu finden. Schön ist alles was man da hört. Die Stimme. Die Gitarre. Das Piano. Die Streicher. Die Songs. Das Album. Schön. Das ist ein sehr beeindruckendes Album. Acht Jahre hat sich Damien Rice Zeit gelassen ein neues Album zu veröffentlichen. Und was für ein Album er da gezaubert hat. Man ist überwältigt von dieser Schönheit. Leise. Zerbrechlich. Schreiend vor Schmerz. Und was da in Verse getextet wurde ist…? Richtig. Schön. Wunderschön. Es tut weh. Es macht glücklich. Man kann sich diesem Album nicht entziehen. Und man scheitert unweigerlich, das was man da hört in Worte zu fassen, denn das geht nicht. Es würde diesem Album nicht gerecht werden. Deswegen sollte man über dieses Album nicht zu viele eben jener verlieren, sondern es sich anhören. So oft man kann!

Gesehen

Under The Skin (IMDb) – Nach einem Roman von Michel Faber

Grammophonie

Nosferatu – eine Symphonie des Grauens (IMDb) – Aufführung im Rahmen des 25. Film#Musikfests der Friedrich Wilhelm Murnau-Gesellschaft Bielefeld, Musik und Leitung Bernd Wilden

091-Die Strippen spielen ge­ne­ra­ti­ons­über­grei­fend

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Frau Kariert und Herr Martinsen schließen heute erst einmal mit der Autobiografie von Thomas Bernhard ab: mit “Ein Kind”. Musikalisch brechen diese Woche generationsbedingte Grabenkämpfe aus, aber mit dem zauberhaften Album von Ryan Adams sind sich dann alle wieder einig. Aus “Gesehen” wird ausnahmsweise ein “Gespielt” und in der Grammophonie beglückte erneut der wunderbare Felix Mendelssohn.

Gelesen
Thomas BernhardEin Kind (Homepage) (englische Seite) (noch eine Seite) (Privatarchiv von Hennetmair)

Gehört

Allah-LasWorship the Sun (Homepage) (Spotify)

Die 60’er sind wieder da, zumindest sind sie an der Westküste der USA an allen Ecken und Kanten zu finden. Man übt sich im hübschesten musikalischem Retro. Da wollen und können die Allah-Las natürlich hinten anstehen, und veröffentlichen ihr zweites Album. Meine Güte, Menschen die diese Zeit miterlebt haben, könnten denken Syd Barret wäre doch nicht gestorben, und lässt es noch mal so richtig 60’er Jahre like krachen. Andere wiederum könnten dem Irrtum anheim fallen, dass Pink Floyd auf dem neuen Album nicht irgendwelche Aufnahmen aus den 90’ern verwurstet hätte, sondern Sachen aus den 60’ern, als eben jener Syd Barret noch Sänger und Kopf dieser Band war. Warum sollte man sich dieser Illusion nicht hingeben? Es tut nicht weh, und ein größeres Kompliment kann man einer Band die eben genau so klingen mag nicht machen. Es klingt wie Pink Floyd, Beach Boys und Co, als diese Bands anfingen musikalische Geschichte zu schreiben. Ein gute Portion Hall, die typischen Gitarren die den Surfsound prägten und ein herrlicher Shortscale-Bass, der zu dieser Zeit allgegenwärtig war, prägen diesen wunderbaren Sound der so gar nicht mit dem hier und jetzt zu tun haben will. Natürlich ist das alles nicht nur für Oma und Opa interessant. Jeder kann und sollte sich an dieser Musik erfreuen, die so unfassbar nah an den Originalen ist, dass einem Hören und Sehen vergeht. Eine Coverband ist es nun aber auch nicht. Mitnichten. Hier wird der Sound von damals mit unfassbarer Liebe und Hingabe zur Musik geklöppelt, und das hört man auch. Ein Stück Damals im Heute. Man hätte fast ein wenig Lust damals schon gelebt zu haben.

Ryan AdamsRyan Adams (Homepage) (Spotify)

Was würde passieren wenn Männer Kinder bekommen könnten? Und was wenn diese beiden Richard Marx und Bruce Springsteen heißen würden. Dann könnte der Sohn der beiden sich ungefähr so anhören wie Ryan Adams. Und auch musikalisch geht es schonmal in Richtung dieser beiden. Geschickt wird zwischen hübschen, eingängigen und Marxlesken Melodien und karger Nebraskastimmung eines Bruce Springsteen changiert. Aber mal von Anfang an. Die Großmama von Ryan Adams ist vor nicht allzu langer Zeit verstorben, und das wiederum hatte immensen Einfluss auf das was auf diesem Album zu hören ist. Im Grunde geht das Album so: Ryan Adams hat sich mit drei Musikern zusammen in’s Studio begeben und man hat angefangen zu musizieren. Ryan Adams sang, schrieb natürlich die Texte und spielte Gitarre. Jeremy Stacey (Echo & the Bunnymen, Eurhythmics, Joe Cocker, Andrea Bocelli, Patricia Kaas, Robbie Williams) spielte das Schlagzeug. Benmont Tench von Tom Petty and the Heartbreakers spielte Hammond und Piano. Und Tal Wilkenfeld (Chic Corea, Jeff Beck, Herbie Hancock, Jackson Browne, Lee Ritenour), diese grandiose, unfassbar talentierte und tolle junge Bassistin tat ihr übriges dazu. Was Adams mit den drei anderen hier geschaffen hat, ist unfassbar nah und greifbar. Ein Album aus einem Guss. Melodien zum Mitsingen, ohne das es droht in den Mainstream abzugleiten. Eckige und kantige Gitarrenriffs, die manchmal leicht angezerrten Basslines und das knackige Schlagzeug sorgen dafür, dass das ganze nicht zu glatt wird. Und dann ist da noch diese wahnsinnig tolle Stimme. Ein Album zum Zuhören. Musik von Musikern denen man während des Hörens dieses Albums anmerkt wie viel Freude sie an dem was sie da machen haben.

Gespielt

Destiny (Website) (Trailer)

Grammophonie:

Felix Mendelssohn3. Symphonie – Die Schottische (Spotify)

090-Die Strippen feiern ein kaltes Comeback

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Frau Kariert und Herr Martinsen sind wieder da! In der ersten Sendung nach der traditionellen Herbstpause stellen sie euch den vierten Band von Thomas Bernhards Autobiografie vor und freuen sich – größtenteils – über die neuen Alben von Tweedy und Interpol. Zwei charakterstarke Serien haben sie auch noch im Gepäck: Orange is the new Black und Ally McBeal.

Gelesen
Thomas BernhardDie Kälte

Gehört
InterpolEl Pintor (Homepage) (Spotify)

Es hört sich an, als wenn Icehouse, Killing Joke, Roxy Music, The Cure und Joy Division eine Band gegründet hätten und jetzt unter fremden Namen Alben rausbringen. Man fühlt sich unweigerlich an jeden der genannten Protagonisten erinnert. Dieser kühle, treibende, melancholische und von einem elaboriertem Bass, auch ohne Carlos “D” Dengler, durchdrungene Sound reißt einen sofort mit. Man ist sofort gefangen in diesem Sog von geballter Kälte. An Hall wurde auch nicht gespart und dazu die Stimme von Paul Banks, die noch weiß wie man Dramatik schreibt und singt. Menschen über Vierzig glauben plötzlich, dass sich ein neues Album Ihrer lang vergessenen Lieblingsband aus den 80ern in den Ohren wiederfindet. Menschen unter Vierzig freuen sich, dass es die Band aus den 00ern immer noch gibt und sind auch wieder jung. Die dazwischen erfreuen sich einfach nur an der Musik ihrer Eltern oder älteren Geschwister und sind auch glücklich. Dieses Album macht süchtig. Man hat sofort intensiven, musikalischen und ausufernden Sex mit der Musik dieses Albums. Man bekommt nicht genug von dieser kalten und traurigen Musik. Endlich mal wieder richtig hübsche, waschlappige Jammerlappenmusik. Wunderbar! Eines hat sich im Gegensatz zu den früheren Alben geändert: Man lässt es ein wenig mehr krachen was das Tempo angeht, das tut dem Album nur gut. Diese überlappenden Gitarren der Herren Kessler und Banks sind phänomenal. Eine wunderbare, melodiöse Aneinanderreihung von Tönen. Zum heulen schön.

Jeff TweedySukierae (Homepage) (Spotify)

Ein Doppelalbum? Bitte? Die Songs für das neue Wilco-Album sind bereits im Kasten, und so hatte Sänger Jeff Tweedy samt Sohn wohl noch ein wenig Zeit ein Doppelalbum zu klöppeln. Nun denn. Zurückhaltender Rock oder vielleicht doch rockiger Pop? In jedem Fall Indie at its best. Was anderes erwarte man vom Sänger einer der prägnantesten Bands unserer Zeit aber auch nicht. Mal etwas lauter, meistens aber eher leise. Mal ein bisschen schräg, meistens aber eher hübsch harmonisch. Über die Texte braucht man bei Jeff Tweedy nicht diskutieren, die sind was sie sind: lyrisch auf hohem Niveau.  Da hat er also zur akustischen Gitarre gegriffen, und seinen Sohn hat er auch gleich mitgebracht. Ein tolles Album. Desto länger man es hört, desto mehr fragt man sich, wann denn nun endlich die Längen kommen. Schließlich handelt es sich ja um ein Doppelalbum, etwas, was Menschen unter Dreißig nur noch vom Hören-Sagen kennen. Egal. Passt zur Musik, die ist auch eher Oldschool. Unmodern dagegen gar nicht. Eine wunderhübsche, meist leise Platte. Schon erstaunlich wie modern uns Familie Tweeddy diese wunderbare oldschoolige, amerikanische Musik nahebringt. Eine Gitarre, ein Schlagzeug was aufpasst, dass es nicht zu laut wird, ein Bass, ein bisschen Keyboard und fertig ist das herrlich unmodern moderne Album. Ein Album zum verlieben. Es wächst, je öfter man es hört. Immer wenn Papa Tweedy zur E-Gitarre greift, wird es hübsch schräg. Das ist dann so ein bisschen das Salz in der Suppe. Und einer der Gründe warum es nie langweilig wird. Eine tolle Atmosphäre. Man kommt gar nicht auf die Idee, dieses Album nicht bis zum Ende zu hören. Toll!

Gesehen
Orange is the new black (IMDb)

Grammophonie
Ally McBeal (IMDb)

Schamlose Eigenwerbung
Eingeladen-Feature mit Heiko

089-Die Strippen sehen Tom Waits durchs Bild laufen

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Fau Kariert und Herr Martinsen schwärmen heute vom Höhepunkt Thomas Bernhards Biografie, “Der Atem. Eine Entscheidung”. Gehört haben sie Soul und Blues von Cold Specks und Mirel Wagner – aber Achtung, kann spuren von Tom Waits enthalten! ARTE ist seinem Namen mal wieder gerecht geworden, indem es Warpaint in Bestform zeigte und die Grammophonie wird eine kleine Reise in die frühen 90er, mit Pavement.

Intro

„Wasserstandsgedöns“ (Frau Kariert);

Gelesen

Thomas Bernhard; Homepage; Seite in englischer Sprache; noch eine Seite; Privatarchiv von Hennetmair; Wikipedia; ‘Der Atem’;

Gehört

Cold Specks – Neuroplaticity; Wikipediaeintrag der Künstlerin; Wikipediaeintrag des Albums; Homepage; Das Album bei Spotify; 7.8/10 (Herr Martinsen); 8.8/10 (Frau Grünkariert);

Das zweite Album heißt Neuroplasticity. Düster ist das alles, was hier so an Musik und Gesungenem an die Ohren gelangt. So gar nicht soulig im klassischen Sinne. Hört sich eher alles nach Herbst und Winter an denn nach Frühling und Sommer. Das alles ist auch nicht sonderlich verwunderlich, denn mit der düsteren Zeit des Jahres kann Frau Specks sehr viel mehr anfangen als mit den hellen und wärmeren Jahreszeiten. Und so hat sie sich zu einer Zeit in den Süden Englands begeben, wo es auch dort eher dunkel und kalt ist. Zum eigentlichen Soul wird noch eine gehörige Portion Nick Cave gemischt. Auch Siouxsie and the Banshees dürfen hier nicht fehlen. Und das macht den Soul doch plötzlich richtig hörenswert. Alles ist eher zurückhaltend, womit sie dann plötzlich doch wieder im typischen Beuteschema dieser kuscheligen, drolligen Sendung angekommen sein dürfte. Das ist mal wieder eine wunderbare Mischung aus Traurigkeit, zurückhaltender Musik und toller Stimme. Aber dann doch in ein bisschen anders als man es sonst so kennt. Keine Sorge, auch nicht zu viel anders. Es ist gerade so viel anders, dass man interessiert zuhört, aber eben nicht so viel, dass man sich erstmal lange reinhören muss. Ein hübsches Album. Und Frau Kariert ist geradezu begeistert!;

Mirel Wagner – When the Cellar Children see the Light of the Day; Homepage; Das Album bei Spotify; 8.5/10 (Herr Martinsen);8.0/10 (Frau Grünkariert);

‘When the Cellar Children see the Light of the Day’ heißt das Album. Die Songs bestehen meist nur aus Ms Wagners Stimme und einem minimalistischen Gitarrenpicking. Theatralische Gesten sucht man hier vergebens. Ihre Musik hat eine einzigartige Intensität. Das wird schon nach den ersten Tönen klar. Kaum hat das Album angefangen, ist man schon gefangen. Gefangen in dieser unprätentiösen Musik, die so bescheiden, aber doch so gewaltig daherkommt. Ein Album, an dem man sich nicht satt hören kann. Geschickt wird hier leiser, zurückhaltender Folk mit hübschen ebenso leisen Blues verquickt. Das ist vom ersten bis zum letzten Lied ein Album was unfassbar toll ist. Weil es wirklich nur aus drei Dingen besteht und zwar samt und sonders. Einer Frau. Ihrer Stimme. Und ihrer Gitarre. Und diese Kombination hat es in sich. Selten war so wenig so viel. Selten hatte so wenig so viel Ausdruck, soviel Emotion. Man könnte sogar so weit gehen und behaupten, dass hier viel mehr drin ist als in manch größerer Besetzung. Könnte man. Und man hätte recht. Was für ein unglaubliches Album. Eines der besten in diesem Jahr!;

Gesehen

Warpaint -Live auf dem Berlin Festival – ARTE in Concert; Wikipediaeintrag der Band; Das Berlin Festival; ARTE in Concert;

Grammophonie

Pavement – Crooked Rain Crooked Rain; Wikipediaeintrag der Band; Wikipediaeintrag des Albums; Das Album bei Spotify;

Wir schreiben das Jahr 1994, Mariah Carey führte die Charts mit ‘Without You’ an, in Deutschland wir die Bahn gerade privatisiert, Kurt Cobain begeht Selbstmord, Helmut Kohl eröffnet in Bonn das ‘Haus der Geschichte’ – Und Frau Kariert geht in die Schule. Aber es gibt auch Hübsches. Es erscheint nämlich das zweite Album von Pavement, welches da heißt: Crooked Rain, Crooked Rain. Klang man vorher doch ein bisschen wie aus der sprichwörtlichen Dose, um nicht zu sagen wie aus den eigenen vier Wänden, so war die Qualität des Produzierten gegenüber den Vorgängern doch deutlich verbessert, und auch stilistisch ging’s voran. Pavement nähert sich auf diesem Album dem klassischem Rock. Malkmus’ und sein recht außergewöhnliches Solospiel auf der E-Gitarre scheinen musikalisch ein wenig gegen den Rest des ganzen anzuspielen und zu singen. Da geht’s melodiös, harmonisch und klar strukturiert zu. Malkmus hingegen mit seinem rauen Gesang und seiner Spielweise auf der Gitarre die teilweise recht disharmonisch ist, scheint zunächst gar nicht hinzuzupassen. Dabei ist es gerade das, was dieses Album u.a. so charmant macht. Es ist auch eine Reise in die 90er jahre und ihren Eigenarten. Immer wenn man dieses Album gehört hat, muss man anschließend unweigerlich die alten Tocotronic oder Blumfeld Alben auspacken und sie hören. man ist wieder kurz über 20 und freut sich, dass es dieses Album gibt. Pavement ist sicher einer der Bands die prägend waren, ohne dass sie aber auch nur den Hauch von im Mainstream angekommen sind. Kennen werden es eher weniger. Das macht diese Musik aber nicht weniger wertvoll, im Gegenteil. Das Album erreichte in den US Album-Charts Platz 121. Mit der Single ‘Cut Your Hair’, auf deren Cover übrigens eine deutsche, Bier trinkende Frau abgebildet ist, gelingt Pavement der Einzug in die Top-Ten der US Single-Charts und in die Top-50 der UK Single-Charts. Durch die zweite Auskopplung ‘Range Life’ handeln sie sich aufgrund ironischer Bemerkungen über die Bands Smashing Pumpkins und Stone Temple Pilots Kritik ein;

Weise Worte

„Tschüss“ (Die Strippen);

Shownoter waren: @Quasselstrippen

088-Die Strippen zwischen Engeln und Kellern

Duration: 01:06:20 Published by Audioponies under CC-BY-SA 3.0.
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Frau Kariert und Herr Martinsen kommen heute zu Teil Zwei der Serie über Thomas Bernhard, hören Trümmer und lassen sich von Käfern verwirren. Von da an wildes Abschweifen und Kindheitserinnerungen, so wie ihr es gern habt!

Gelesen
Thomas BernhardDer Keller

Gehört
Trümmer – Trümmer (Homepage) (Spotify)

Trümmer, so der name des Albums. Also schlicht der Bandname. Junge Menschen die deutschsprachige Musik machen. Derer gibt es viele, aber nur wenige wissen zu gefallen. Das mit dem Deutschsprachig ist halt nicht so einfach, und dann auch noch aus Hamburg, oh je. Da bleiben Vergleiche nicht aus. Kann man ruhig machen, den Vergleichen halten die drei stand. Und hier ist es nun also, das Album aus der Gegenwart für die Gegenwart mit bekannten musikalischen Mitteln. Das ist trotzdem frisch, glaubwürdig und leidenschaftlich. Man nimmt ihnen ab das Dringlichkeit bestand dieses Album zu veröffentlichen. Und noch was kommt schnell zum Vorschein. Haltung. Alles Zutaten die einen jauchzen lassen. Ein Schuss Tocotronic, einen Hauch Die Sterne, eine Prise Kreisky, ein bisschen Ja, Panik und noch viel mehr. Großartig! Sie haben eine Menge anders gemacht. Sie haben nicht das WWW genutzt. Sie haben sich ihren Bekanntheitsgrad erspielt. Schließlich wurde auch die Spex auf sie aufmerksam und plötzlich waren sie auf dem Titelbild. Es geht ihnen darum wie es ist heute jung zu sein. Wogegen man sein kann oder sollte. Darum, dass diese elendige Nuller-Party-Gesellschaft, die sich sanft in der Disco hin und her wiegt,  die sich nur noch selbst seit Jahren abfeiert, etwas entgegenzusetzen. Ernsthaft ist diese Band, und man sollte sie ernst nehmen. Musikalisch gehts von Punk im weitesten Sinne bis zum Rock. Sogar ein bisschen Pop traut man sich. Zurecht! Das alles ist mehr als amtlich! Man möge bitte nicht vergessen, diese Band gibt es erst seit zwei Jahren. Man könnte jetzt anfangen rumzunörglen, dass ja nun doch nicht alles toll ist. Dass Textlich nicht immer alles perfekt ist. Egal. Mag ja sein, aber es ist im Gesamtkontext uninteressant. Diese jungen Menschen machen tolle Musik mit feschen Texten. Fertig. Seit langem mal wieder eine junge deutschsprachige Band die begeistert. Eat this, Berlin! Hamburg lebt! Und wie! Das macht Hoffnung, nicht nur für Hamburg. Fantastisch!

The Bug – Angels & Devils (Homepage) (Soundcloud) (Spotify)

Es ist das vierte The Bug-Album. Angels and Devils heißt es. Und wie der name vermuten lässt, ht es zwei Gesichter. In der ersten Hälfte des Albums wird also der hellen Seite der Macht gefrönt. Hier ist es hell, freundlich und warm. In der zweiten Hälfte des Albums begibt sich das Album auf die dunkle Seite der Macht. Hier ist es naturgemäß dunkel, unschön und kalt. Am Ende wird daraus ein Album was schon etwas besonderes ist. Von einigen Kollegen begleitet nimmt er die Hörer als mit auf die Reise. Eine elektronische Reise. Und es blubbert elektronisch, das es eine Freude ist. Es gibt immer mal wieder hübsche Melodien, und natürlich gibt es auch sphärische Geschichten. Der Mensch der das alles hier auf die Beine gestellt hat ist übrigens um die 50 Jahre jung. Und das merkt man ein wenig. Für die diese Musik nicht kennen, mag es ein wenig verwundern aber das hier ist fast schon altersmild im Gegensatz zu dem was er vorher so musikalisch fabriziert hat. Eigentlich ist die erste Hälfte des Album richtig ‘schön’. Das soll gemäß des Konzepts, was diesem Album zugrunde liegt wohl auch so sein. In der zweiten Hälfte ändert sich dann alles. Es wummert, es basst und es speit. Wow! Dieser Unterschied ist spannend. Wobei einen die ‘böse’ Seite erstmal ein wenig mehr zu faszinieren scheint. Aber erst wenn man beides zusammen auf diesem einem Album zu hören bekommt macht das Böse dann auch wieder Sinn, zumindest im musikalischen Sinne. Das ist ein Album was man mehrmals hören muss, damit es sich einem erschließt. Einfach ist das alles nicht. Zugänglich ist es auch nicht unbedingt. Aber spannend ist es. Unheimlich spannend!

Gesehen
Lego regelt das mit der Kassette bei den Guardians (YouTube)

Grammophonie
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