093-Die Strippen schimpfen!

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Frau Kariert und Herr Martinsen legen heute mit einem hübschen Rant auf all die heilsbringenden Musikanten los. Aber natürlich haben sie auch neue Alben dabei: von Caribou und Gogo Penguin, die zu beeindrucken wissen! Gesehen haben sie zwei tolle Videos, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Für die Grammophonie kommt heute wieder eine Legende zutage: Roxy Music!

Gelesen

Nicht mal Ebola rechtfertigt die deutsche Version von ‘Do they know it’s Christmas?’ (deutsche Version 2014) (britische Version 2014) (Nackt im Wind 1985) (Original 1985) (Afrika for Norway) (zum gleichen Thema: Spreeblick-Artikel) (Ärzte ohne Grenzen)

Gehört

CaribouOur Love (Homepage) (Spotify)

Ein Electronic-Album eines Mathematikers also, na dann. Alle, die der Mathematik schon in der Schule eher skeptisch gegenüber standen, können ruhig weiterlesen und vor allem weiterhören: die spielt hier eine eher untergeordnete Rolle. Ein hübsches elektronisches Popalbum ist das geworden. Geschickt werden Melodien und Basslines so gesetzt, dass es ein harmonisches Ganzes ergibt. Eine gehörige Portion 90er wurde den Stücken hinzugefügt. Allzu viel mag Caribou den Hörern auf dem neuen Album nicht zumuten und so kann man entspannt der Musik lauschen ohne das man Angst haben muss, dass es wehtut. Wenn man also auf der Suche nach einem Album ist, was man auch mal einfach so nebenbei hören kann und welches dazu noch wirklich hübsche Melodien hat, dann ist man hier richtig. Und das soll nicht abwertend gemeint sein. Denn ein Album zu machen, was einfach nur Pop ist, ist manchmal viel schwieriger als die tollste Avantgarde zu klöppeln. Das hier ist ein Album, was nicht wehtut – macht aber nichts. Möchte es auch gar nicht. Soll es auch gar nicht. Leider franst es gegen Ende ein wenig aus und es ist ein bisschen lang geraten. Ein Schicksal, welches es mit vielen anderen Alben dieses Genres teilt. Trotzdem hat es seine Momente und die sollte man genießen.

GoGo Penguin – v 2.0 (Homepage) (Spotify)

Na also! Geht doch!, möchte man ausrufen. Mal wieder einer der wenigen erfrischenden Sachen, die aus der Jazzecke kommen. Dabei ist die Besetzung alles andere als klassische Jazzbesetzung, im Gegenteil. Klavier, Bass und Schlagzeug. Und irgendwie ist es dann auch klassischer Jazz, der aber trotzdem keiner ist. Moderne Rhythmen, treibende Basslines und Piano am Puls der Zeit. Eben nicht die tausendste Oscar-Peterson-Gedächtnis-Aufnahme. Ein bisschen Ambient, ein bisschen Lounge, ein bisschen klassischer Jazz und ein wenig Pop. Menschen die dieses Album mögen, mögen auch…? Ja klar, Esbjorn Svensson. Der viel zu früh verstorbene, grandiose schwedische Pianist. Genau da holt einen dieses Album ab. Nicht bei den alten Schwarz-Weiß-Aufnahmen. Dieses Album ist in Farbe. Eine der tollen Momente, in denen der Jazz im Hier und Jetzt ist. Handwerklich perfekt schlagzeugt, basst und klaviert man sich durch die Songs, dass es nur so eine Freude ist. Toll! Menschen, die den Jazz mögen und nicht auf der Suche nach einer weiteren Aufnahme sind, die doch nur wieder das macht, was sie alle seit gefühlten Ewigkeiten machen, nämlich sich wiederholen der Wiederholung wegen, die mögen bitte dieses Album hören. Genau für die ist es nämlich. Aber auch die, die dem Jazz sonst eher skeptisch gegenüber stehen, sollten diesem Album eine Chance geben. Jazz macht Spaß! Wer hätte das gedacht? Hurra!

Gesehen

Bicycle Anecdotes from Amsterdam – (Vimeo) (YouTube)
Cymatics: Science Vs Music – Nigel Stanford (Vimeo) (Homepage)

Grammophonie

Roxy MusicAvalon (Homepage) (Spotify)

092-Die Strippen sind sich uneinig (dödömm!)

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Eine denkwürdige Folge! Die Strippen sind sich ausnahmsweise nicht einig. Also, bei einem einzigen Album. Naja. Jedenfalls haben sie eine Menge toller Musik und Filme mitgebracht: Alt-J, Damien Rice, Under The Skin, Nosferatu. Und in der Rubrik “Gelesen” geht es um nichts Geringeres als die Rettung der Welt.

Gelesen

Harald Welzer – Selbst denken. Eine Anleitung zum Widerstand

Gehört

alt-JThis is all yours (Homepage) (Spotify)

Kunst ist wohl das erste was einem einfällt, wenn man das neue Album von Alt-J hört. Diese Versatzstücke, die da zu einem Ganzen zusammengeklöppelt werden. Diese tollen Gesänge, die immer wieder zu einem Chor zusammen gefügt werden. Manchmal hat das alles schon fast gregorianischen Charakter. Auch ohne Bassist Gwil Sainsbury gelingt es ihnen diesen einzigartigen, wiedererkennbaren Sound zu kreieren. Und trotzdem ist diese Kunst hörbar, sehr gut sogar. Ein Album auf höchstem Niveau. Was ist das nun für eine Musik? Tja. Es ist elektronischer Art Rock, welcher im experimentalen Indierock mündet, der bisweilen sehr poppig ist. Was hier alles abgedeckt wird an musikalischen Stilrichtungen, ist schon bemerkenswert. Man versucht ja immer Künstler irgendwie einzuordnen. Da ist man bei Alt-J nun wahrlich an der falschen Adresse. Die machen im wahrsten Sinne des Wortes, was sie wollen. Und das alles auf einem Album. Und trotzdem ist auch dieses Album wieder irgendwie homogen. Hier und da eine kleine Dissonanz. Dann wieder schönster Gesang. Selbst eine Fliege findet akustisch auf diesem Album Verwendung. Das ist eine hübsche Reminiszenz an die großen Pink Floyd, die derartiges schon sehr früh gemacht haben. Ein fantastisches Album. Man ist so vielen verschiedenen Eindrücken ausgesetzt, dass es eine Freude ist. Und trotzdem ist dieses Album ein Album, was gehört werden mag. Nicht vom Mainstream, das mit Sicherheit nicht. Aber von den Hörern dieses Programms. Ganz bestimmt sogar.

Damien RiceMy Favourite Faded Fantasy (Homepage) (Spotify)

Dieses Album in Worte zu fassen fällt schwer, denn man muss versuchen, immer wieder neue Worte für das Wort “schön” zu finden. Schön ist alles was man da hört. Die Stimme. Die Gitarre. Das Piano. Die Streicher. Die Songs. Das Album. Schön. Das ist ein sehr beeindruckendes Album. Acht Jahre hat sich Damien Rice Zeit gelassen ein neues Album zu veröffentlichen. Und was für ein Album er da gezaubert hat. Man ist überwältigt von dieser Schönheit. Leise. Zerbrechlich. Schreiend vor Schmerz. Und was da in Verse getextet wurde ist…? Richtig. Schön. Wunderschön. Es tut weh. Es macht glücklich. Man kann sich diesem Album nicht entziehen. Und man scheitert unweigerlich, das was man da hört in Worte zu fassen, denn das geht nicht. Es würde diesem Album nicht gerecht werden. Deswegen sollte man über dieses Album nicht zu viele eben jener verlieren, sondern es sich anhören. So oft man kann!

Gesehen

Under The Skin (IMDb) – Nach einem Roman von Michel Faber

Grammophonie

Nosferatu – eine Symphonie des Grauens (IMDb) – Aufführung im Rahmen des 25. Film#Musikfests der Friedrich Wilhelm Murnau-Gesellschaft Bielefeld, Musik und Leitung Bernd Wilden

091-Die Strippen spielen ge­ne­ra­ti­ons­über­grei­fend

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Frau Kariert und Herr Martinsen schließen heute erst einmal mit der Autobiografie von Thomas Bernhard ab: mit “Ein Kind”. Musikalisch brechen diese Woche generationsbedingte Grabenkämpfe aus, aber mit dem zauberhaften Album von Ryan Adams sind sich dann alle wieder einig. Aus “Gesehen” wird ausnahmsweise ein “Gespielt” und in der Grammophonie beglückte erneut der wunderbare Felix Mendelssohn.

Gelesen
Thomas BernhardEin Kind (Homepage) (englische Seite) (noch eine Seite) (Privatarchiv von Hennetmair)

Gehört

Allah-LasWorship the Sun (Homepage) (Spotify)

Die 60’er sind wieder da, zumindest sind sie an der Westküste der USA an allen Ecken und Kanten zu finden. Man übt sich im hübschesten musikalischem Retro. Da wollen und können die Allah-Las natürlich hinten anstehen, und veröffentlichen ihr zweites Album. Meine Güte, Menschen die diese Zeit miterlebt haben, könnten denken Syd Barret wäre doch nicht gestorben, und lässt es noch mal so richtig 60’er Jahre like krachen. Andere wiederum könnten dem Irrtum anheim fallen, dass Pink Floyd auf dem neuen Album nicht irgendwelche Aufnahmen aus den 90’ern verwurstet hätte, sondern Sachen aus den 60’ern, als eben jener Syd Barret noch Sänger und Kopf dieser Band war. Warum sollte man sich dieser Illusion nicht hingeben? Es tut nicht weh, und ein größeres Kompliment kann man einer Band die eben genau so klingen mag nicht machen. Es klingt wie Pink Floyd, Beach Boys und Co, als diese Bands anfingen musikalische Geschichte zu schreiben. Ein gute Portion Hall, die typischen Gitarren die den Surfsound prägten und ein herrlicher Shortscale-Bass, der zu dieser Zeit allgegenwärtig war, prägen diesen wunderbaren Sound der so gar nicht mit dem hier und jetzt zu tun haben will. Natürlich ist das alles nicht nur für Oma und Opa interessant. Jeder kann und sollte sich an dieser Musik erfreuen, die so unfassbar nah an den Originalen ist, dass einem Hören und Sehen vergeht. Eine Coverband ist es nun aber auch nicht. Mitnichten. Hier wird der Sound von damals mit unfassbarer Liebe und Hingabe zur Musik geklöppelt, und das hört man auch. Ein Stück Damals im Heute. Man hätte fast ein wenig Lust damals schon gelebt zu haben.

Ryan AdamsRyan Adams (Homepage) (Spotify)

Was würde passieren wenn Männer Kinder bekommen könnten? Und was wenn diese beiden Richard Marx und Bruce Springsteen heißen würden. Dann könnte der Sohn der beiden sich ungefähr so anhören wie Ryan Adams. Und auch musikalisch geht es schonmal in Richtung dieser beiden. Geschickt wird zwischen hübschen, eingängigen und Marxlesken Melodien und karger Nebraskastimmung eines Bruce Springsteen changiert. Aber mal von Anfang an. Die Großmama von Ryan Adams ist vor nicht allzu langer Zeit verstorben, und das wiederum hatte immensen Einfluss auf das was auf diesem Album zu hören ist. Im Grunde geht das Album so: Ryan Adams hat sich mit drei Musikern zusammen in’s Studio begeben und man hat angefangen zu musizieren. Ryan Adams sang, schrieb natürlich die Texte und spielte Gitarre. Jeremy Stacey (Echo & the Bunnymen, Eurhythmics, Joe Cocker, Andrea Bocelli, Patricia Kaas, Robbie Williams) spielte das Schlagzeug. Benmont Tench von Tom Petty and the Heartbreakers spielte Hammond und Piano. Und Tal Wilkenfeld (Chic Corea, Jeff Beck, Herbie Hancock, Jackson Browne, Lee Ritenour), diese grandiose, unfassbar talentierte und tolle junge Bassistin tat ihr übriges dazu. Was Adams mit den drei anderen hier geschaffen hat, ist unfassbar nah und greifbar. Ein Album aus einem Guss. Melodien zum Mitsingen, ohne das es droht in den Mainstream abzugleiten. Eckige und kantige Gitarrenriffs, die manchmal leicht angezerrten Basslines und das knackige Schlagzeug sorgen dafür, dass das ganze nicht zu glatt wird. Und dann ist da noch diese wahnsinnig tolle Stimme. Ein Album zum Zuhören. Musik von Musikern denen man während des Hörens dieses Albums anmerkt wie viel Freude sie an dem was sie da machen haben.

Gespielt

Destiny (Website) (Trailer)

Grammophonie:

Felix Mendelssohn3. Symphonie – Die Schottische (Spotify)

090-Die Strippen feiern ein kaltes Comeback

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Frau Kariert und Herr Martinsen sind wieder da! In der ersten Sendung nach der traditionellen Herbstpause stellen sie euch den vierten Band von Thomas Bernhards Autobiografie vor und freuen sich – größtenteils – über die neuen Alben von Tweedy und Interpol. Zwei charakterstarke Serien haben sie auch noch im Gepäck: Orange is the new Black und Ally McBeal.

Gelesen
Thomas BernhardDie Kälte

Gehört
InterpolEl Pintor (Homepage) (Spotify)

Es hört sich an, als wenn Icehouse, Killing Joke, Roxy Music, The Cure und Joy Division eine Band gegründet hätten und jetzt unter fremden Namen Alben rausbringen. Man fühlt sich unweigerlich an jeden der genannten Protagonisten erinnert. Dieser kühle, treibende, melancholische und von einem elaboriertem Bass, auch ohne Carlos “D” Dengler, durchdrungene Sound reißt einen sofort mit. Man ist sofort gefangen in diesem Sog von geballter Kälte. An Hall wurde auch nicht gespart und dazu die Stimme von Paul Banks, die noch weiß wie man Dramatik schreibt und singt. Menschen über Vierzig glauben plötzlich, dass sich ein neues Album Ihrer lang vergessenen Lieblingsband aus den 80ern in den Ohren wiederfindet. Menschen unter Vierzig freuen sich, dass es die Band aus den 00ern immer noch gibt und sind auch wieder jung. Die dazwischen erfreuen sich einfach nur an der Musik ihrer Eltern oder älteren Geschwister und sind auch glücklich. Dieses Album macht süchtig. Man hat sofort intensiven, musikalischen und ausufernden Sex mit der Musik dieses Albums. Man bekommt nicht genug von dieser kalten und traurigen Musik. Endlich mal wieder richtig hübsche, waschlappige Jammerlappenmusik. Wunderbar! Eines hat sich im Gegensatz zu den früheren Alben geändert: Man lässt es ein wenig mehr krachen was das Tempo angeht, das tut dem Album nur gut. Diese überlappenden Gitarren der Herren Kessler und Banks sind phänomenal. Eine wunderbare, melodiöse Aneinanderreihung von Tönen. Zum heulen schön.

Jeff TweedySukierae (Homepage) (Spotify)

Ein Doppelalbum? Bitte? Die Songs für das neue Wilco-Album sind bereits im Kasten, und so hatte Sänger Jeff Tweedy samt Sohn wohl noch ein wenig Zeit ein Doppelalbum zu klöppeln. Nun denn. Zurückhaltender Rock oder vielleicht doch rockiger Pop? In jedem Fall Indie at its best. Was anderes erwarte man vom Sänger einer der prägnantesten Bands unserer Zeit aber auch nicht. Mal etwas lauter, meistens aber eher leise. Mal ein bisschen schräg, meistens aber eher hübsch harmonisch. Über die Texte braucht man bei Jeff Tweedy nicht diskutieren, die sind was sie sind: lyrisch auf hohem Niveau.  Da hat er also zur akustischen Gitarre gegriffen, und seinen Sohn hat er auch gleich mitgebracht. Ein tolles Album. Desto länger man es hört, desto mehr fragt man sich, wann denn nun endlich die Längen kommen. Schließlich handelt es sich ja um ein Doppelalbum, etwas, was Menschen unter Dreißig nur noch vom Hören-Sagen kennen. Egal. Passt zur Musik, die ist auch eher Oldschool. Unmodern dagegen gar nicht. Eine wunderhübsche, meist leise Platte. Schon erstaunlich wie modern uns Familie Tweeddy diese wunderbare oldschoolige, amerikanische Musik nahebringt. Eine Gitarre, ein Schlagzeug was aufpasst, dass es nicht zu laut wird, ein Bass, ein bisschen Keyboard und fertig ist das herrlich unmodern moderne Album. Ein Album zum verlieben. Es wächst, je öfter man es hört. Immer wenn Papa Tweedy zur E-Gitarre greift, wird es hübsch schräg. Das ist dann so ein bisschen das Salz in der Suppe. Und einer der Gründe warum es nie langweilig wird. Eine tolle Atmosphäre. Man kommt gar nicht auf die Idee, dieses Album nicht bis zum Ende zu hören. Toll!

Gesehen
Orange is the new black (IMDb)

Grammophonie
Ally McBeal (IMDb)

Schamlose Eigenwerbung
Eingeladen-Feature mit Heiko

089-Die Strippen sehen Tom Waits durchs Bild laufen

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Fau Kariert und Herr Martinsen schwärmen heute vom Höhepunkt Thomas Bernhards Biografie, “Der Atem. Eine Entscheidung”. Gehört haben sie Soul und Blues von Cold Specks und Mirel Wagner – aber Achtung, kann spuren von Tom Waits enthalten! ARTE ist seinem Namen mal wieder gerecht geworden, indem es Warpaint in Bestform zeigte und die Grammophonie wird eine kleine Reise in die frühen 90er, mit Pavement.

Intro

„Wasserstandsgedöns“ (Frau Kariert);

Gelesen

Thomas Bernhard; Homepage; Seite in englischer Sprache; noch eine Seite; Privatarchiv von Hennetmair; Wikipedia; ‘Der Atem’;

Gehört

Cold Specks – Neuroplaticity; Wikipediaeintrag der Künstlerin; Wikipediaeintrag des Albums; Homepage; Das Album bei Spotify; 7.8/10 (Herr Martinsen); 8.8/10 (Frau Grünkariert);

Das zweite Album heißt Neuroplasticity. Düster ist das alles, was hier so an Musik und Gesungenem an die Ohren gelangt. So gar nicht soulig im klassischen Sinne. Hört sich eher alles nach Herbst und Winter an denn nach Frühling und Sommer. Das alles ist auch nicht sonderlich verwunderlich, denn mit der düsteren Zeit des Jahres kann Frau Specks sehr viel mehr anfangen als mit den hellen und wärmeren Jahreszeiten. Und so hat sie sich zu einer Zeit in den Süden Englands begeben, wo es auch dort eher dunkel und kalt ist. Zum eigentlichen Soul wird noch eine gehörige Portion Nick Cave gemischt. Auch Siouxsie and the Banshees dürfen hier nicht fehlen. Und das macht den Soul doch plötzlich richtig hörenswert. Alles ist eher zurückhaltend, womit sie dann plötzlich doch wieder im typischen Beuteschema dieser kuscheligen, drolligen Sendung angekommen sein dürfte. Das ist mal wieder eine wunderbare Mischung aus Traurigkeit, zurückhaltender Musik und toller Stimme. Aber dann doch in ein bisschen anders als man es sonst so kennt. Keine Sorge, auch nicht zu viel anders. Es ist gerade so viel anders, dass man interessiert zuhört, aber eben nicht so viel, dass man sich erstmal lange reinhören muss. Ein hübsches Album. Und Frau Kariert ist geradezu begeistert!;

Mirel Wagner – When the Cellar Children see the Light of the Day; Homepage; Das Album bei Spotify; 8.5/10 (Herr Martinsen);8.0/10 (Frau Grünkariert);

‘When the Cellar Children see the Light of the Day’ heißt das Album. Die Songs bestehen meist nur aus Ms Wagners Stimme und einem minimalistischen Gitarrenpicking. Theatralische Gesten sucht man hier vergebens. Ihre Musik hat eine einzigartige Intensität. Das wird schon nach den ersten Tönen klar. Kaum hat das Album angefangen, ist man schon gefangen. Gefangen in dieser unprätentiösen Musik, die so bescheiden, aber doch so gewaltig daherkommt. Ein Album, an dem man sich nicht satt hören kann. Geschickt wird hier leiser, zurückhaltender Folk mit hübschen ebenso leisen Blues verquickt. Das ist vom ersten bis zum letzten Lied ein Album was unfassbar toll ist. Weil es wirklich nur aus drei Dingen besteht und zwar samt und sonders. Einer Frau. Ihrer Stimme. Und ihrer Gitarre. Und diese Kombination hat es in sich. Selten war so wenig so viel. Selten hatte so wenig so viel Ausdruck, soviel Emotion. Man könnte sogar so weit gehen und behaupten, dass hier viel mehr drin ist als in manch größerer Besetzung. Könnte man. Und man hätte recht. Was für ein unglaubliches Album. Eines der besten in diesem Jahr!;

Gesehen

Warpaint -Live auf dem Berlin Festival – ARTE in Concert; Wikipediaeintrag der Band; Das Berlin Festival; ARTE in Concert;

Grammophonie

Pavement – Crooked Rain Crooked Rain; Wikipediaeintrag der Band; Wikipediaeintrag des Albums; Das Album bei Spotify;

Wir schreiben das Jahr 1994, Mariah Carey führte die Charts mit ‘Without You’ an, in Deutschland wir die Bahn gerade privatisiert, Kurt Cobain begeht Selbstmord, Helmut Kohl eröffnet in Bonn das ‘Haus der Geschichte’ – Und Frau Kariert geht in die Schule. Aber es gibt auch Hübsches. Es erscheint nämlich das zweite Album von Pavement, welches da heißt: Crooked Rain, Crooked Rain. Klang man vorher doch ein bisschen wie aus der sprichwörtlichen Dose, um nicht zu sagen wie aus den eigenen vier Wänden, so war die Qualität des Produzierten gegenüber den Vorgängern doch deutlich verbessert, und auch stilistisch ging’s voran. Pavement nähert sich auf diesem Album dem klassischem Rock. Malkmus’ und sein recht außergewöhnliches Solospiel auf der E-Gitarre scheinen musikalisch ein wenig gegen den Rest des ganzen anzuspielen und zu singen. Da geht’s melodiös, harmonisch und klar strukturiert zu. Malkmus hingegen mit seinem rauen Gesang und seiner Spielweise auf der Gitarre die teilweise recht disharmonisch ist, scheint zunächst gar nicht hinzuzupassen. Dabei ist es gerade das, was dieses Album u.a. so charmant macht. Es ist auch eine Reise in die 90er jahre und ihren Eigenarten. Immer wenn man dieses Album gehört hat, muss man anschließend unweigerlich die alten Tocotronic oder Blumfeld Alben auspacken und sie hören. man ist wieder kurz über 20 und freut sich, dass es dieses Album gibt. Pavement ist sicher einer der Bands die prägend waren, ohne dass sie aber auch nur den Hauch von im Mainstream angekommen sind. Kennen werden es eher weniger. Das macht diese Musik aber nicht weniger wertvoll, im Gegenteil. Das Album erreichte in den US Album-Charts Platz 121. Mit der Single ‘Cut Your Hair’, auf deren Cover übrigens eine deutsche, Bier trinkende Frau abgebildet ist, gelingt Pavement der Einzug in die Top-Ten der US Single-Charts und in die Top-50 der UK Single-Charts. Durch die zweite Auskopplung ‘Range Life’ handeln sie sich aufgrund ironischer Bemerkungen über die Bands Smashing Pumpkins und Stone Temple Pilots Kritik ein;

Weise Worte

„Tschüss“ (Die Strippen);

Shownoter waren: @Quasselstrippen

088-Die Strippen zwischen Engeln und Kellern

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Frau Kariert und Herr Martinsen kommen heute zu Teil Zwei der Serie über Thomas Bernhard, hören Trümmer und lassen sich von Käfern verwirren. Von da an wildes Abschweifen und Kindheitserinnerungen, so wie ihr es gern habt!

Gelesen
Thomas BernhardDer Keller

Gehört
Trümmer – Trümmer (Homepage) (Spotify)

Trümmer, so der name des Albums. Also schlicht der Bandname. Junge Menschen die deutschsprachige Musik machen. Derer gibt es viele, aber nur wenige wissen zu gefallen. Das mit dem Deutschsprachig ist halt nicht so einfach, und dann auch noch aus Hamburg, oh je. Da bleiben Vergleiche nicht aus. Kann man ruhig machen, den Vergleichen halten die drei stand. Und hier ist es nun also, das Album aus der Gegenwart für die Gegenwart mit bekannten musikalischen Mitteln. Das ist trotzdem frisch, glaubwürdig und leidenschaftlich. Man nimmt ihnen ab das Dringlichkeit bestand dieses Album zu veröffentlichen. Und noch was kommt schnell zum Vorschein. Haltung. Alles Zutaten die einen jauchzen lassen. Ein Schuss Tocotronic, einen Hauch Die Sterne, eine Prise Kreisky, ein bisschen Ja, Panik und noch viel mehr. Großartig! Sie haben eine Menge anders gemacht. Sie haben nicht das WWW genutzt. Sie haben sich ihren Bekanntheitsgrad erspielt. Schließlich wurde auch die Spex auf sie aufmerksam und plötzlich waren sie auf dem Titelbild. Es geht ihnen darum wie es ist heute jung zu sein. Wogegen man sein kann oder sollte. Darum, dass diese elendige Nuller-Party-Gesellschaft, die sich sanft in der Disco hin und her wiegt,  die sich nur noch selbst seit Jahren abfeiert, etwas entgegenzusetzen. Ernsthaft ist diese Band, und man sollte sie ernst nehmen. Musikalisch gehts von Punk im weitesten Sinne bis zum Rock. Sogar ein bisschen Pop traut man sich. Zurecht! Das alles ist mehr als amtlich! Man möge bitte nicht vergessen, diese Band gibt es erst seit zwei Jahren. Man könnte jetzt anfangen rumzunörglen, dass ja nun doch nicht alles toll ist. Dass Textlich nicht immer alles perfekt ist. Egal. Mag ja sein, aber es ist im Gesamtkontext uninteressant. Diese jungen Menschen machen tolle Musik mit feschen Texten. Fertig. Seit langem mal wieder eine junge deutschsprachige Band die begeistert. Eat this, Berlin! Hamburg lebt! Und wie! Das macht Hoffnung, nicht nur für Hamburg. Fantastisch!

The Bug – Angels & Devils (Homepage) (Soundcloud) (Spotify)

Es ist das vierte The Bug-Album. Angels and Devils heißt es. Und wie der name vermuten lässt, ht es zwei Gesichter. In der ersten Hälfte des Albums wird also der hellen Seite der Macht gefrönt. Hier ist es hell, freundlich und warm. In der zweiten Hälfte des Albums begibt sich das Album auf die dunkle Seite der Macht. Hier ist es naturgemäß dunkel, unschön und kalt. Am Ende wird daraus ein Album was schon etwas besonderes ist. Von einigen Kollegen begleitet nimmt er die Hörer als mit auf die Reise. Eine elektronische Reise. Und es blubbert elektronisch, das es eine Freude ist. Es gibt immer mal wieder hübsche Melodien, und natürlich gibt es auch sphärische Geschichten. Der Mensch der das alles hier auf die Beine gestellt hat ist übrigens um die 50 Jahre jung. Und das merkt man ein wenig. Für die diese Musik nicht kennen, mag es ein wenig verwundern aber das hier ist fast schon altersmild im Gegensatz zu dem was er vorher so musikalisch fabriziert hat. Eigentlich ist die erste Hälfte des Album richtig ‘schön’. Das soll gemäß des Konzepts, was diesem Album zugrunde liegt wohl auch so sein. In der zweiten Hälfte ändert sich dann alles. Es wummert, es basst und es speit. Wow! Dieser Unterschied ist spannend. Wobei einen die ‘böse’ Seite erstmal ein wenig mehr zu faszinieren scheint. Aber erst wenn man beides zusammen auf diesem einem Album zu hören bekommt macht das Böse dann auch wieder Sinn, zumindest im musikalischen Sinne. Das ist ein Album was man mehrmals hören muss, damit es sich einem erschließt. Einfach ist das alles nicht. Zugänglich ist es auch nicht unbedingt. Aber spannend ist es. Unheimlich spannend!

Gesehen
Lego regelt das mit der Kassette bei den Guardians (YouTube)

Grammophonie
Star Wars (Homepage) (Twitter) (Google+) (Facebook) (YouTube)

087-Die Strippen sind zurück aus Almke

Duration: 01:56:09 Published by Audioponies under CC-BY-SA 3.0.
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Frau Kariert und Herr Martinsen berichten erstmal von Podstock. Danach widmen sie sich Altmeister Bernhard und seiner Autobiografie, zwei sehr unterschiedlichen Bands, einer phänomenalen Comic-Verfilmung und dem besten, Franz Schubert.

Podstock

Das Podstock-Festival

Gelesen

Thomas BernhardDie Ursache (Homepage) (englische Seite) (noch eine Seite) (Privatarchiv von Hennetmair)

Gehört

Erland & the Carnival – Closing Time (Homepage) (Spotify)

Es ist das dritte Album von ‘Erland and The Carnival’, und es heißt Closing Time. Aufgenommen wurde es in Damon Albarns „Studio 13“. Von Karneval, Zirkus und anderen schwungvollen Dingen findet sich auf diesem Album mal so gar nichts wieder. Was soll’s, es ist ja auch Herbst, zumindest meteorologisch. Warum man sich der verträumten Melodien, der eher ruhigen Musik und der Melancholie hingegeben hat, werden wir so schnell wohl nicht erfahren. Vielleicht ist es ja der Ausstieg von David Nock, der immerhin mit Paul Weller, David Gilmour und The Orb zusammen spielte, der dazu führte, dass die musikalischen Ergüsse nunmehr eher etwas getragener daherkommen. Was aber auch egal ist, denn das was man hier zu hören bekommt, dieses Anders, dieser musikalische Neubeginn, passt in diesen wunderschönen Herbst. Es sind aber auch Dinge geblieben. Die Detailverliebtheit z.B., die ist geblieben. Ganz bewusst werden hier die z.T. winzigen musikalischen Kleinigkeiten in die Großigkeiten eingefügt, und somit eine wunderschöne Soundlandschaft geschaffen. Natürlich darf auch auf diesem Album das Piano nicht fehlen. Und so kommt es denn in dem Song ‘Radiation’ auch voll zum tragen. Hinten raus nehmen ‘Erland & The Carnival’ sogar noch mal richtig Tempo auf, und siehe da, sie können richtig guten Pop. Plötzlich ist es nicht mehr verträumt, sondern richtig hübsche Musik die sogar Radiotauglich ist, also nicht nur im Indiesender laufen ‘muss’. Zu lang ist es auch nicht, denn lediglich 10 Songs wollte man der Hörerschaft zumuten, und das scheint auch gut so. Länge ist ein immer noch viel zu wenig beachteter Faktor, in der Albumlandschaft. Ein grandioses Album, an dem man viel Freude hat ()”>Es ist das dritte Album von ‘Erland and The Carnival’, und es heißt Closing Time. Aufgenommen wurde es in Damon Albarns „Studio 13“. Von Karneval, Zirkus und anderen schwungvollen Dingen findet sich auf diesem Album mal so gar nichts wieder. Was soll’s, es ist ja auch Herbst, zumindest meteorologisch. Warum man sich der verträumten Melodien, der eher ruhigen Musik und der Melancholie hingegeben hat, werden wir so schnell wohl nicht erfahren. Vielleicht ist es ja der Ausstieg von David Nock, der immerhin mit Paul Weller, David Gilmour und The Orb zusammen spielte, der dazu führte, dass die musikalischen Ergüsse nunmehr eher etwas getragener daherkommen. Was aber auch egal ist, denn das was man hier zu hören bekommt, dieses Anders, dieser musikalische Neubeginn, passt in diesen wunderschönen Herbst. Es sind aber auch Dinge geblieben. Die Detailverliebtheit z.B., die ist geblieben. Ganz bewusst werden hier die z.T. winzigen musikalischen Kleinigkeiten in die Großigkeiten eingefügt, und somit eine wunderschöne Soundlandschaft geschaffen. Natürlich darf auch auf diesem Album das Piano nicht fehlen. Und so kommt es denn in dem Song ‘Radiation’ auch voll zum tragen. Hinten raus nehmen ‘Erland & The Carnival’ sogar noch mal richtig Tempo auf, und siehe da, sie können richtig guten Pop. Plötzlich ist es nicht mehr verträumt, sondern richtig hübsche Musik die sogar Radiotauglich ist, also nicht nur im Indiesender laufen ‘muss’. Zu lang ist es auch nicht, denn lediglich 10 Songs wollte man der Hörerschaft zumuten, und das scheint auch gut so. Länge ist ein immer noch viel zu wenig beachteter Faktor, in der Albumlandschaft. Ein hübsches Album, an dem man viel Freude hat.
Wertung: 7.7/10 von Herr Martinsen; 7/10 von Frau Kariert

Die Sterne – Flucht in die Flucht (Homepage) (Spotify)

Da ist es also, das 10. Album der 1992 gegründeten Band. Flucht in die Flucht heißt es. Der Name ist Programm, könnte man sagen. Man bekommt genau das was man von den Sternen erwartet, und erwarten darf. Und genau da liegt vielleicht ein wenig das Problem. Aber erstmal zum Positiven. Was die Sterne schon immer konnten und was sie auch fast immer hinbekommen haben, ist Grooven. So ist es auch auf diesem Album. Es groovt. Musikalisch mag das alles durchaus gefallen. Es ist abwechslungsreich, dudelt eben nicht einfach so dahin und macht bisweilen sogar richtig Spaß. Die Texte sind, wie sie bei den Sternen nunmal sind. Sozialkritisch, etwas schnodderig aber nie dumm. Das alles ist intellektuell durchaus auf hohem Niveau. Manchmal kommt das Album sogar musikalisch in der Gegenwart an. Also tolles Album, oder? Ja klar, wenn es im Jahre 1995 erschienen wäre, würde es eine glatte 10 bekommen. Hier stimmt alles, nichts ist wirklich falsch, im Gegenteil. Nun schreiben wir aber das Jahr 2014. Und abgesehen von ein paar Überraschungsmomenten und dem ein oder anderen Moment wo man musikalisch im Hier und Jetzt weilt, macht man das was man schon immer machte. Das ist nicht schlimm. Das ist solide. Das ist beileibe nicht schlecht, aber eben nicht ganz am Puls der Zeit. Das können die Sterne halt nicht, und vielleicht sollte man das auch nicht von ihnen erwarten. Das passiert wenn man nicht Tocotronic heißt. Die wissen wie man groß wird, groß bleibt, wichtig ist – und bleibt. Die machen Alben aus dem Jetzt für das Jetzt. Egal. Es leben die 90’er. Es leben die Sterne. Es lebe Hamburg. Wenn man ein wenig älter ist, machen die Sterne, dass man wieder kurz um die 20 ist. Danke, liebe ‘Die Sterne’ ()”>Da ist es also, das 10. Album der 1992 gegründeten Band. Flucht in die Flucht heißt es. Der Name ist Programm, könnte man sagen. Man bekommt genau das was man von den Sternen erwartet, und erwarten darf. Und genau da liegt vielleicht ein wenig das Problem. Aber erstmal zum Positiven. Was die Sterne schon immer konnten und was sie auch fast immer hinbekommen haben, ist Grooven. So ist es auch auf diesem Album. Es groovt. Musikalisch mag das alles durchaus gefallen. Es ist abwechslungsreich, dudelt eben nicht einfach so dahin und macht bisweilen sogar richtig Spaß. Die Texte sind, wie sie bei den Sternen nunmal sind. Sozialkritisch, etwas schnodderig aber nie dumm. Das alles ist intellektuell durchaus auf hohem Niveau. Manchmal kommt das Album sogar musikalisch in der Gegenwart an. Also tolles Album, oder? Ja klar, wenn es im Jahre 1995 erschienen wäre, würde es eine glatte 10 bekommen. Hier stimmt alles, nichts ist wirklich falsch, im Gegenteil. Nun schreiben wir aber das Jahr 2014. Und abgesehen von ein paar Überraschungsmomenten und dem ein oder anderen Moment wo man musikalisch im Hier und Jetzt weilt, macht man das was man schon immer machte. Das ist nicht schlimm. Das ist solide. Das ist beileibe nicht schlecht, aber eben nicht ganz am Puls der Zeit. Das können die Sterne halt nicht, und vielleicht sollte man das auch nicht von ihnen erwarten. Das passiert wenn man nicht Tocotronic heißt. Die wissen wie man groß wird, groß bleibt, wichtig ist – und bleibt. Die machen Alben aus dem Jetzt für das Jetzt. Egal. Es leben die 90’er. Es leben die Sterne. Es lebe Hamburg. Wenn man ein wenig älter ist, machen die Sterne, dass man wieder kurz um die 20 ist. Danke, liebe ‘Die Sterne’
Wertung: 7/10 von Herr Martinsen; 7/10 von Frau Kariert

Gesehen

Guardians of the Galaxy (IMDb)

Gramophonie

Franz Schubert7. Symphonie in h-Moll (Unvollendete) (Aufnahme mit Günter Wand bei Spotify) (Aufnahme mit Roger Norrington bei Spotify)

Der Wahnsinn in zwei Sätzen könnte man sagen. Schubert hat hier Sachen in zwei Sätze gepackt, dafür würden anderen Komponisten nicht mal 10 Sätze genügen. Was hier alles drin ist, ist schlicht unfassbar. Von lyrischer Schönheit bis zur brodelnden Dramatik. Von resignierend bis kämpferisch. Von leise und fragil bis zu laut und stark. Nur um schlussendlich die Symphonie im zweiten Satz einfach nicht enden zu lassen. Das soll nicht heißen, dass noch Sätze fehlen. Das zu beurteilen mag man den Musikwissenschaftlern überlassen. Nein, dieser Satz endet nicht, er klingt aus. Er lässt einen zurück. Zurück mit einem Strauß voller Emotionen, voller Eindrücke. Was hier komponiert wurde, darf getrost zu dem besten gezählt werden was jemals mit dem Wort Symphonie bezeichnet wurde. Man ist sich am Ende der Symphonie nicht sicher ob man weinen oder lachen soll. So sehr im ersten Satz mit den Blechbläsern, und hier besonders mit der Posaune, für den dramatischen Höhepunkt gesorgt wird, so sehr ist es im zweiten Satz die Zerbrechlichkeit, die mit fast unhörbaren Flageolett-Tönen der Streicher zum tragen kommt. Oder ist es doch was ganz anderes? Man muss es selber hören, um sich ein eigenes Urteil zu bilden. Das ist so geschickt komponiert, dass man am Ende buchstäblich nach Antworten sucht. Diese Symphonie macht süchtig, sie lässt einen nicht mehr los. Man muss sie immer wieder hören, in der Hoffnung, dass man beim nächsten Hören endlich die Antworten findet. Man findet sie wieder nicht und es fängt von vorne an. Allen musikliebenden Menschen sei diese wunderbare Musik an’s Herz und die Ohren gelegt. Aber Vorsicht. So schnell lässt einen Schubert und seine h-Moll Symphonie nicht mehr los.

086-Die Strippen in Concert

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Frau Kariert und Herr Martinsen waren in Almke beim Podstock-Festival. Sie haben vor Menschen gesendet,  waren entsprechend Aufgeregt und präsentieren deshalb die kürzeste Folge aller Quasselstrippen-Zeiten. Ganze 18 Minuten beglücken sie die geneigte Hörerschaft mit hübschen Dingen die sie Gelesen, Gehört und Gesehen haben.

Gelesen

Herr von SpeckTime (Twitter)

Gehört

Angus & Julia StoneAngus & Julia Stone (Homepage) (Spotify)

Na nu, ein neues Album der Geschwister Stone. Damit war nicht zu rechnen. Hatte man sich doch musikalisch getrennt, weil man sich wohl, nicht nur musikalisch nichts mehr zu sagen hatte. Doch dann kam alles ganz anders. Ein gewisser Herr Rick Rubin, diese Produzenten Legende, die schon so manchen Künstler während einer Produktion zu Höchstleistungen, aber eben auch in die ein oder andere persönliche Krise getrieben hat, zeichnet sich für dieses Album verantwortlich. Dieser Rick Rubin bat die beiden, sich doch bitte eines besseren zu besinnen und es doch noch einmal zu versuchen. Und weil man einem Rick Rubin nicht einfach mal so eine Einladung abschlägt, machten sich die zwei auf nach Malibu und begannen mit der Arbeit am dritten Album. 2013 war es dann so weit, die Songs waren fertig. So konnte das Album also im Jahre 2014 erscheinen. Und was soll man sagen, da hatte der olle Rubin doch mal wieder Recht. Fantastisches Songwriting und wirklich hübsche Melodien. Eine Priese Folk. Eine Priese Pop. Einen Hauch Rumpelige Gitarren. Und fertig ist das Album. Die Songs wurden samt und sonders von den beiden gemeinsam geschrieben. Und die beiden ergänzen sich auf diesem Album hervorragend. Rubin wäre nicht Rubin, wenn er nicht einen gehörigen Anteil an dem Ergebnis hätte. Und so hört man entrümpelten, klare Strukturen aufzeigenden Sound und extrem spannende Musik zweier Menschen aus Australien. Einziges kleines Manko, wenn es einem wichtig ist. Die Texte kann man getrost gleich wieder vergessen, die sind im wahrsten Sinne des Wortes aber hier auch nicht wichtig. Am Ende ist es ein bisschen zu lang geraten. Wenn man sich der Mitte des Album nähert schwächelt das ganze etwas, fängt sich aber gen Ende wieder und endet formidable. Tja, was soll man sagen. Man muss ich mal wieder Rick Rubin verneigen, der nicht umsonst Haus und Hofkomponist von Johnny Cash war, und der mit diesem Album sicherlich ein weiteres mal dazu beigetragen hat, dass man an seiner Legende weiter stricken darf.

Gesehen

Dr. Horrible’s Sing-Along-Blog (Homepage) (YouTube)

Grammophonie

Buffy – Im Bann der Dämonen (IMDb)

085-Die Strippen hatten’s eilig

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Frau Kariert und Herr Martinsen laufen heute im Stechschritt durch kluge Bloggerinnen, unaufgeregte Musik, aufregende Musik, überepische Dirigentenfrischlinge und Musikerlegenden.

Intro

Wasserstandgedöns;

Gelesen

Walther von der Vogelweidevrouwelin (wordpress)vrouwelin (twitter);

Gehört

WilcoThe Autumn DefenseThe Autumn Defense (Homepage)The Autumn Defense: Fifth (Album); Das Album bei Spotify7,5/10 Punkten von Herr Martinsen7,2/10 Punkte von Frau Kariert;

Was passiert, wenn man Jeff Tweedy, Glenn Kotche, Mikeal Jorgensen und Nils Cline bei Wilco wegnimmt, und nur Keyboarder Pat Sansone und Bassist John Stirratt nachbleiben? Dann kommt genau das dabei raus, was hier zu hören ist. Musik die an die Beatles und Gerry Rafferty erinnern. Seit langer Zeit mal wieder ein Album bei dem es eigentlich nur darum geht den Menschen musikalisch eine Freude zu bereiten. Kein ach so wichtiger Text. Keine noch so wichtige Haltung. Hier wird nicht furchtbar gelitten. Hier wird sich der Landschaft erfreut. Das ist ein Album zweier Musiker die nicht anderes wollen als ein Album zu veröffentlichen die einen die Augen schließen lässt, die einen Träumen lässt und die einen durchatmen lässt. Das hier ist ein Album um nach all dem Stress dem wir alle ausgesetzt sind, endlich mal zur Ruhe zu kommen. Hier geht es aber mitnichten um irgendein New Age Album, sondern um hübsche 1960er Jahre Musik. Perfekt produziert. Wunderschöne Melodien. Tolle Stimme. Wahnsinnig gutes Songwriting. Hier stimmt eigentlich alles. Bis auf die Tatsache, dass man hier vergeblich nach Botschaften oder nach Anprangern der schlimmen Dinge die uns umgeben sucht. Das hier ist Musik der Musik willen. Ein Album was man immer mal wieder hören kann, oder vielleicht sogar muss? Immer dann wenn mal wieder alles zuviel wird. Immer dann wenn mal wieder alles schief läuft. Dieses Album ist aber mitnichten einfach gestrickt oder gar niveaulos, im Gegenteil. Das hier ist Entspannung auf höchstem Niveau. Man ist fast versucht sich bei den beiden für dieses Album zu bedanken. Danke!

FKA twigs; FKA Twigs (Homepage)FKA twigs: LP1 (Album)FKA twigs (spotify)9,9/10 von Herr_Martinsen9,5/10 von Frau Kariert;

Ok, zunächst einmal folgendes. Das hier ist neu, so neu, dass es einem droht den Atem zu verschlagen. Dieses Album ist, ja was ist es denn? Abgefahrenste und zukunftszugewanteste Musik die man seit ewig langer Zeit gehört hat. Das ist sperrig, neu, sphärisch und irgendwie nicht einzuordnen. Diese fragile, hohe Stimme. Diese synthetischen Effekte. Das alles ist schwer zu beschreiben. Der Gesang ist eine wilde Mischung aus Janet Jackson, Rhianna bis zu Kate Bush und darüber hinaus. Das ganze ist musikalisch so aufregend, dass man kaum dazu kommt sich den Texten zuzuwenden. Macht nix, geht eh immer nur ums eine. Das alles macht es zu dem vielleicht interessantesten Album seit Warpaint, auch wenn es noch so anders ist. Das ist kein R’n’B wie man ihn kennt. Das ist kein Soul wie man ihn kennt, dafür sorgen schon die elektronischen Effekte und die höchstgradig geschickt gesetzten sperrigen melodischen Linien. Es sind Einflüsse von Soul, Trip Hop, Dubstep und Electro zu hören. Aber das ist eben alles nur ein Teil des Ganzen, und dieses Ganze, was sich da aus diesen Teilen und Einflüssen zusammensetzt, ist es eben, was hier zum Tragen kommt, und warum das so spannend und toll ist. Ein wahnsinnig tolles Album. Es fehlen einem (fast) die Worte;

Gesehen

Rheingau Musik FestivalFelix MendelssohnDie erste WalpurgisnachtArte: Andres Orozco Estrada und der MDR Rundfunkchor;

Grammophonie

Paul Simon; Paul Simon (Homepage)Das Album Surprise; Das Album bei SpotifySimon & Garfunkel;

Shownoter waren: PeaK

084-Die Strippen senden mit der Maus

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Frau Kariert und Herr Martinsen widmen sich heute Akkordeon-Jazz! Auch der kanadische Indie-Rock lässt uns das Herz aufgehen und eine neue britische Krimiserie wird mit tonnenweise Klee überschüttet. Danach: Nostalgie <3

Intro

Wasserstandgedöns;

Gehört

David Venitucci„Travelling“ von David Venitucci Trio auf Amazon

„Man hört das Atmen des Akordions.“ (@Herr Martinsen)9/10 Punkte von Herr Martinsen8.7/10 Punkte von Frau Grünkariert

Posaune, Akkordeon und Schlagzeug? Was’n das? Eine sehr außergewöhnliche Zusammenstellung an Instrumenten, die sich einem da bietet. Und entsprechend ungewohnt hört es sich zum Teil auch anfänglich an. Aber das Erstaunen über die Kombination an Instrumenten ist nur von kurzer Dauer, denn dann beginnt man sich mit der Musik der drei zu beschäftigen. Und die ist toll. Hier sind Meister ihres jeweiligen Faches am Werk. Das ist mal Jazz in anders. In neu. Ja, es ist elaboriert. Nein, das ist nicht für jeden. Hier geht es schon ans Eingemachte. Das ist kein Jazz für Anfänger. Das ist Jazz für Liebhaber oder für welche die es werden wollen. Oder für Menschen die das neue nicht scheuen. Er ist natürlich da, der französische Klang. Der so gar nicht aufdringlich, dick oder anmaßend ist. Er ist ‘difficile’, transparent und feinsinnig. Und so ist auch das ganze Album. Hier geht es um Bilder, die erzeugt werden. Um Klangwelten. Um Kopfkino. Etwas was man seit dem Franzosen Debussy ja durchaus kennt. Ein hinreißendes Album mit kammermusikalischem Anstrich. Mit unaufdringlichen Arrangements, die trotzdem so elaboriert sind, dass es einem fast schwindelig wird. Und diese Zurückhaltung schafft Platz für Anderes, Wichtigeres. Die Instrumente stehen im Vordergrund ohne dass es einem je zuviel wird. Es wird mit Rhythmus, Harmonik und Skalen gespielt, dass es nur so kracht. Und dann ist da noch diese außergewöhnliche Kombination aus Instrumenten, die das ihrige dazutut. Fantastisch! Hinreißend! Zauberhaft! ()”>Posaune, Akkordeon und Schlagzeug? Was’n das? Eine sehr außergewöhnliche Zusammenstellung an Instrumenten, die sich einem da bietet. Und entsprechend ungewohnt hört es sich zum Teil auch anfänglich an. Aber das Erstaunen über die Kombination an Instrumenten ist nur von kurzer Dauer, denn dann beginnt man sich mit der Musik der drei zu beschäftigen. Und die ist toll. Hier sind Meister ihres jeweiligen Faches am Werk. Das ist mal Jazz in anders. In neu. Ja, es ist elaboriert. Nein, das ist nicht für jeden. Hier geht es schon ans Eingemachte. Das ist kein Jazz für Anfänger. Das ist Jazz für Liebhaber oder für welche die es werden wollen. Oder für Menschen die das neue nicht scheuen. Er ist natürlich da, der französische Klang. Der so gar nicht aufdringlich, dick oder anmaßend ist. Er ist ‘difficile’, transparent und feinsinnig. Und so ist auch das ganze Album. Hier geht es um Bilder, die erzeugt werden. Um Klangwelten. Um Kopfkino. Etwas was man seit dem Franzosen Debussy ja durchaus kennt. Ein hinreißendes Album mit kammermusikalischem Anstrich. Mit unaufdringlichen Arrangements, die trotzdem so elaboriert sind, dass es einem fast schwindelig wird. Und diese Zurückhaltung schafft Platz für Anderes, Wichtigeres. Die Instrumente stehen im Vordergrund ohne dass es einem je zuviel wird. Es wird mit Rhythmus, Harmonik und Skalen gespielt, dass es nur so kracht. Und dann ist da noch diese außergewöhnliche Kombination aus Instrumenten, die das ihrige dazutut. Fantastisch! Hinreißend! Zauberhaft!

Alvvays HomepageAlvvaysAlvvays von Alvvays

7.9/10 Punkte von Herr Martinsen8/10 Punkte und ein extra Sternchen von Frau Grünkariert

Das könnte es werden. Das Album für die schon kürzer werdenden Tage, die unweigerlich auf uns zu kommen. Irgendwo zwischen Belle and Sebastian, den Vivian Girls und Real Estate findet man sich musikalisch wieder. Das kanadische Quintett Texte beschäftigt sich u.a. mal wieder mit der unerwiderten Liebe, mit der Ehe, mit trotzigen Liebhabern, mit dem Abgelehnt werden und erfindet hübsche Geschichten dazu. Recht hübsch machen sie das. Dass hört sich nicht gekünstelt an, das glaubt man ihnen. Es ist manchmal sogar britisch skurril. Etwas was die kanadische Musik manchmal so wohltuend von der Musik die aus dem Land weiter südlich kommt, unterscheidet. Natürlich kommt auch hier die Sehnsucht nicht zu kurz. Es ist also für alles gesorgt, was das Indie-Herz höher schlagen lässt. Text und Musik sind intelligent und kurzweilig. Und es ist nicht zu lang. Ein Kriterium was immer wieder zu kurz kommt. Musikalisch hat man es mit Gitarren zu tun, die mit einer Menge Hall und Chorus unterlegt sind. Surfsound wie er im Westen der USA oft zu finden ist. Es ist eine hinreißende Mixtur aus Stimme, Gesang und Gitarre. Der Rest fügt sich geschickt in das musikalische Gesamtbild ein. Was aber nicht heißt, dass es hier nicht anspruchsvoll zu Werke geht. Man achte nur mal auf Bass und Schlagzeug. Da passieren hübsche Dinge. Auf dem nächsten Album könnte es vielleicht noch die ein oder andere Abwechslung mehr geben. Dennoch. Es gibt wirklich großartige Momente auf diesem tollen Album ()”>Das könnte es werden. Das Album für die schon kürzer werdenden Tage, die unweigerlich auf uns zu kommen. Irgendwo zwischen Belle and Sebastian, den Vivian Girls und Real Estate findet man sich musikalisch wieder. Das kanadische Quintett Texte beschäftigt sich u.a. mal wieder mit der unerwiderten Liebe, mit der Ehe, mit trotzigen Liebhabern, mit dem Abgelehnt werden und erfindet hübsche Geschichten dazu. Recht hübsch machen sie das. Dass hört sich nicht gekünstelt an, das glaubt man ihnen. Es ist manchmal sogar britisch skurril. Etwas was die kanadische Musik manchmal so wohltuend von der Musik die aus dem Land weiter südlich kommt, unterscheidet. Natürlich kommt auch hier die Sehnsucht nicht zu kurz. Es ist also für alles gesorgt, was das Indie-Herz höher schlagen lässt. Text und Musik sind intelligent und kurzweilig. Und es ist nicht zu lang. Ein Kriterium was immer wieder zu kurz kommt. Musikalisch hat man es mit Gitarren zu tun, die mit einer Menge Hall und Chorus unterlegt sind. Surfsound wie er im Westen der USA oft zu finden ist. Es ist eine hinreißende Mixtur aus Stimme, Gesang und Gitarre. Der Rest fügt sich geschickt in das musikalische Gesamtbild ein. Was aber nicht heißt, dass es hier nicht anspruchsvoll zu Werke geht. Man achte nur mal auf Bass und Schlagzeug. Da passieren hübsche Dinge. Auf dem nächsten Album könnte es vielleicht noch die ein oder andere Abwechslung mehr geben. Dennoch. Es gibt wirklich großartige Momente auf diesem tollen Album.

Gesehen

Ripper StreetRipper StreetForensik;

Grammophonie

Die Sendung mit der MausMaus HomepageGert Kaspar MünteferingJanoschKäpt’n BlaubärShaun das SchafDer kleine Maulwurf;

 Shownoter waren: Oix, PeaK